Bombenanschläge in Bangkok Bauart der Bomben deutet auf dieselben Täter hin

Die Polizei in Bangkok geht davon aus, dass beide Bomben in der thailändischen Hauptstadt von denselben Tätern gezündet wurden. Darauf deute die Bauart der Sprengsätze hin.

Polizeichef Somyot Poompanmoung (M.) bei Untersuchungen zur zweiten Bombe: TNT, ein Rohr und ein Zeitzünder
DPA

Polizeichef Somyot Poompanmoung (M.) bei Untersuchungen zur zweiten Bombe: TNT, ein Rohr und ein Zeitzünder


Die beiden jüngsten Sprengstoffanschläge in der thailändischen Hauptstadt Bangkok gehen nach Ermittlungen der örtlichen Polizei auf dieselben Angreifer zurück.

Untersuchungen der Bombenüberreste deuteten darauf hin, dass die Sprengsätze von denselben Tätern hergestellt worden seien, sagte Polizeichef Somyot Poompanmoung am Dienstag nach Angaben der Zeitung "Bangkok Post". In beiden Sprengkörpern seien Spuren von TNT gefunden worden, das mit einem Zeitzünder versehen in ein Rohr gestopft worden war.

Am Montagabend waren bei dem ersten Anschlag im Zentrum Bangkoks 20 Menschen ums Leben gekommen und 125 verletzt worden. Ein zweiter Sprengsatz verfehlte am Dienstag sein Ziel und detonierte in einem Fluss. Niemand wurde verletzt.

Die Hintergründe der Anschläge sind weiterhin unklar. Somyot geht laut eigener Aussage davon aus, dass mehr als eine Person für die Taten verantwortlich ist und sowohl Thailänder als auch Ausländer beteiligt waren.

Nach Einschätzung der Armee trägt der Anschlag nicht die Handschrift der muslimischen Rebellen im Süden des Landes. Armeechef Udomdej Sitabutr sagte in einem Fernsehinterview, die Vorgehensweise und die Bauweise des Sprengsatzes passten nicht zu den Separatisten, die die Armee seit Jahren bekämpft.

Einen Verdächtigen aber gibt es. Nach Angaben der Polizei wird nach einem Mann gefahndet, der ein gelbes T-Shirt und einen Rucksack trug und sich zur fraglichen Zeit am Tatort aufhielt. Er ist auf Aufnahmen von Überwachungskameras zu sehen.

Der Polizeichef bestätigte dem Zeitungsbericht zufolge, dass am Flughafen Suvarnabhumi kurzzeitig ein Ausländer von der Polizei festgehalten wurde, der dem jungen Mann ähnelt, der auf Bildern aus einer Überwachungskamera in der Nähe des ersten Anschlagsorts zu sehen war. Seine Identität werde jetzt geprüft, hieß es. Er dürfe das Land zunächst nicht verlassen.

sun/dpa

insgesamt 2 Beiträge
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pelegrino 19.08.2015
1. Hexenjagd
Zum einen hat Thailand sich in den vergangenen Jahrzehnten eine ganze Menge Feinde gemacht, zum anderen hat man ueber einen langen Zeitraum die Bevoelkerung nationalisiert. Als Ergebnis kursieren hier inzwischen selbst auf den grossen Englischsprachigen Medien Videos, in deren Hintergrund Stimmen auf Thai darueber diskutieren, dass der Taeter im gelben T-Shirt doch sicher ein Auslaender sei / bzw. wie ein Auslaender aussehe. In der Folge entbrannten Diskussionen wie denn nun ein Thai aussaehe. Ungluecklicherweise tun THais derzeit fast alles um eben nicht Thai auszusehen. Dauerwellen, gefaerbte Haare und Kontaktlinsen, gebleichte Haut aber auch kleinere kosmetische Operationen sind hierzulande eigentlich fast schon ueblich. Im uebrigen werden in diversen sozialen Medien weitere Bilder und sogar Reisepaesse gepostet deren Inhaber dem Bild aus der Sicherheitskamera nahekommen. Erste Personen sollen sich freiwillig bei der Polizei gemeldet haben (um damit Angriffen vorzubeugen?) - was ich mir in Thailand sehr gut als Realitaet vorstellen koennte. Dummerweise sind die veroeffentlichten Bilder eher schlecht und lassen viele Interpretationen zu. Ueber die ganze Hexenjagd geraet die Frage nach den Hintergruenden fast in Vergessenheit. Rohrbomben sind in Thailand nichts ganz so ungewoehnliches und wurden auch in der Vergangenheit schon von einigen Seiten eingesetzt.
Volksverretter 19.08.2015
2.
"...und sowohl Thailänder als auch Ausländer beteiligt waren." Naja, das ist doch klar. Ohne auslaender haette das vermutlich nie passieren koennen. [/irony] Interessanter finde ich schon fast die ersten Interviews "Bombe war an einem Motorrad befestigt", die leider durch ein Video doch unwahrscheinlicher wurden. BiB's in ihrer Paraderolle. Nun laufen doch bestimmt auch ueberall wieder die Bombsquads mit ihren Fake Bombenspuergeraeten rum. Wenn es nicht so gefaehrlich waere, koennte man gut drueber lachen. Bleibt die Hoffnung, dass das Militaer da seine Finger nicht drinn hat und von daher gezielt versucht wird, aufzuklaeren. Und der Baht wird weiter abgewertet. Mit Touristen in der Gefahrenzone wird das wohl noch 10% weitergehen, mindestens.
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