Militärgericht Zwei Männer wegen Bombenanschlags in Bangkok angeklagt

20 Menschen starben, 120 wurden verletzt: Nach dem Bombenanschlag in Bangkok sind nun zwei Männer vor einem Militärgericht angeklagt worden.

Zerstörung in Bangkok: 20 Menschen starben bei Bombenanschlag
DPA

Zerstörung in Bangkok: 20 Menschen starben bei Bombenanschlag


Gut drei Monate nach dem Bombenanschlag in der thailändischen Hauptstadt Bangkok müssen sich zwei Männer vor einem Militärgericht verantworten. Den beiden werde unter anderem versuchter und vorsätzlicher Mord sowie illegaler Waffenbesitz vorgeworfen, sagte Chefankläger Withtaya Puangpunngam.

Die Männer stehen vor einem Militärgericht, weil Thailand seit dem Putsch im Mai 2014 unter Militäradministration steht. Am Dienstag wurde die Anklage verlesen, im Februar wird das Verfahren fortgesetzt. Dann müssen sich die Angeklagten schuldig oder nicht schuldig bekennen.

Am 18. August war ein Rucksack voller Sprengstoff am Erawan-Schrein im Einkaufsviertel von Bangkok explodiert. 20 Menschen starben, 120 wurden teils schwer verletzt. Die Angeklagten waren in den Wochen nach dem Anschlag in Thailand festgenommen worden. Einer war mit einem gefälschten türkischen Pass unterwegs, der andere mit einem chinesischen Pass.

Das Motiv für die Tat ist bis heute nicht eindeutig bekannt. Wie die Nachrichtenagenturen AP und Reuters berichten, gehen die Ermittlern nicht von einem terroristischen Hintergrund aus. Die Tat sei die Reaktion einer Bande von Menschenhändlern auf die jüngsten Aktionen der Sicherheitskräfte gegen ihr kriminelles Geschäft gewesen. Es gebe kein politisches oder religiöses Motiv.

Im Juli waren mehr als hundert Uiguren aus Thailand nach China abgeschoben worden, wo der muslimischen Minderheit laut Menschenrechtlern Verfolgung droht. Deshalb gibt es auch Berichte über einen Racheakt der Uiguren. Die staatlichen Ermittler dementieren jedoch einen Zusammenhang.

hut/dpa/AFP/Reuters/AP



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hevopi 24.11.2015
1. Sicher wäre es interessant,
mal die wirklichen Hintergründe zu erfahren. In der heutigen Zeit sind ja leider solche Anschläge fast "normal" und umso wichtiger ist es, nicht nur die Ursachen zu erfahren, sondern auch die Strategie, um unschuldige Menschen vor Irren zu schützen.
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