Bombendrohung gegen Banken Geiselnehmer gesteht vor Gericht

Fast zehn Stunden dauerte im Dezember die Geiselnahme in einer Berliner Bank. Jetzt begann der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter - und gleich zum Auftakt gab es ein Geständnis. "Ich räume alles ein, es tut mir von Herzen leid", sagte der Angeklagte.

Mutmaßlicher Geiselnehmer D. vor Gericht: "Mir war nicht klar, was ich ihnen antat"
DPA

Mutmaßlicher Geiselnehmer D. vor Gericht: "Mir war nicht klar, was ich ihnen antat"


Berlin - Ein 30-jähriger Mann hat vor Gericht die Geiselnahme in einer Berliner Bank gestanden. Er entschuldigte sich zugleich bei den Opfern und berief sich auf eine Verzweiflungstat aus Geldnot. "Ich räume alles ein, es tut mir von Herzen leid", sagte der mehrfach vorbestrafte Angeklagte zum Prozessauftakt vor dem Berliner Landgericht.

Drei Tage vor Weihnachten 2012 hatte der Mann aus Wolfsburg einen Bankangestellten fast zehn Stunden in seiner Gewalt. Der Arbeitslose bedrohte den 40-Jährigen mit einer Luftpistole und verlangte bis zu 500.000 Euro. Er kündigte die Sprengung der Bank mit einer ferngezündeten Bombe an. Die Polizei konnte den Nervenkrieg nach Stunden unblutig beenden.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Wolfsburger erpresserischen Menschenraub vor. In früheren Aussagen hatte der Angeklagte Geldsorgen wegen seiner Drogenabhängigkeit genannt. In Wolfsburg war er bereits wegen Drogenbesitzes, Betrugs und Unterschlagung verurteilt worden.

Auch zwei Banküberfälle von August 2011 und März 2012 in Wolfsburg mit insgesamt 37.000 Euro Beute gestand der frühere Produktionshelfer bei VW. Auch dort hatte er mit Bomben gedroht. "Ich möchte mich bei allen Opfern entschuldigen, mir war nicht klar, was ich ihnen antat", sagte er im Prozess.

rls/dpa



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