Erinnerung an Terroranschlag Mutmaßliches Banksy-Werk aus Bataclan gestohlen - Verdächtige identifiziert

Im vergangenen Jahr verschwand eine Notausgangstür des Pariser Bataclans spurlos - in der Konzerthalle hatten Terroristen 90 Menschen getötet. Polizisten scheinen den Diebstahl nun aufgeklärt zu haben.
Tür am Bataclan in Paris: Kunstwerk auf illegalen Reisen

Tür am Bataclan in Paris: Kunstwerk auf illegalen Reisen

Foto: Thomas Samson/ dpa

Im Fall einer aus dem Pariser Bataclan-Klub gestohlenen Tür mit einem Banksy zugeschriebenen Bild machen die Ermittler Fortschritte. Das Werk war kürzlich in Italien wieder aufgetaucht. Es seien bereits Personen ermittelt worden, die mit dem Diebstahl und der "Reise" des Werks zu tun gehabt hätten, sagte der Chef der Kulturschutzpolizei, Roberto Riccardi, nun auf einer Pressekonferenz in Rom.

Nähere Angaben könne er aber noch nicht machen, sagte Riccardi. Möglicherweise hätte das Werk wie andere gestohlene Kunstwerke auch noch weitere "Runden" gemacht. Das sperrige Diebesgut war vergangene Woche in einem Landhaus in der Region Abruzzen gefunden worden.

Die Tür aus dem Bataclan, in dem im November 2015 bei einem Terroranschlag 90 Menschen getötet worden waren, war Ende Januar 2019 verschwunden. Auf der Tür, einem ehemaligen Notausgang des Klubs, ist eine Frau mit einem schwarz-weißen Schleier zu sehen, die betroffen nach unten schaut.

"Ein Symbol der Erinnerung, das allen gehört"

Ob das Bild tatsächlich von Banksy stammt, ist nicht unzweifelhaft gesichert. Der Künstler selbst hat allerdings auf seinem Instagram-Account das Bild Ende Juni 2018 veröffentlicht. Das Bataclan hatte erklärt, das Werk sei ein Tribut an die Opfer des 13. Novembers 2015: "Banksys Werk, ein Symbol der Erinnerung, das allen gehört - Anwohnern, Parisern, Bürgern der Welt - ist uns genommen worden", teilte der Klub damals mit.

Banksy ist der prominenteste Graffitikünstler der Welt, seine Identität ist aber nur einer Handvoll Vertrauter bekannt. Seine Werke sind in vielen Ländern an Wänden und Mauern zu sehen. Häufig haben die Bilder politische Botschaften.

mxw/dpa