Ermittler Angriff auf Polizisten in Baton Rouge war gezieltes Attentat

Der Todesschütze von Louisiana hatte es laut Polizei von Anfang an auf Polizisten abgesehen. Zuvor hatte er in sozialen Netzwerken zum Widerstand gegen Übergriffe auf Schwarze ausgerufen.

Polizeichef Mike Edmonson
REUTERS

Polizeichef Mike Edmonson


Der Schütze von Baton Rouge hat den Ermittlern zufolge gezielt Polizisten angegriffen. Er habe den Beamten aufgelauert, um sie zu erschießen, sagte Louisianas Polizeichef Mike Edmonson dem TV-Sender CNN. Der Täter, ein afroamerikanischer Irak-Veteran, hatte zuvor in sozialen Netzwerken zur Gegenwehr gegen Übergriffe weißer US-Bürger auf Schwarze aufgerufen.

Bei dem Schützen, der nach seiner Tat selbst erschossen wurde, handelte es sich laut übereinstimmenden Medienberichten um den 29-jährigen Afroamerikaner Gavin L. aus Kansas City im Bundesstaat Missouri. L. war als Marineinfanterist von 2008 bis 2009 im Irak stationiert und hatte nach seiner Rückkehr offenbar Probleme, im Alltag Fuß zu fassen.

"Er hat die Polizisten aus dem Hinterhalt angegriffen", sagte Edmonson. Er habe keinen Zweifel daran, dass L. seine Opfer zum Tatort gelockt habe. Die Beamten waren zu einem Einsatz nahe dem Polizeihauptquartier gerufen worden, nachdem ein Anrufer von einem bewaffneten Mann gesprochen hatte. Drei weitere Polizisten wurden durch die Schüsse verletzt, einer befinde sich in "sehr, sehr kritischem Zustand".

L. habe zwei Gewehre und eine Handfeuerwaffe bei sich gehabt. Er habe sich schon mehrere Tage vor der Tat in der Stadt aufgehalten.

Die Lage in Baton Rouge ist seit Tagen angespannt: Dort war am 5. Juli der Afroamerikaner Alton Sterling von Polizisten erschossen worden, während er am Boden lag. Das und tödliche Polizeischüsse auf einen weiteren Schwarzen in Minnesota hatten in den USA Proteste gegen Polizeigewalt ausgelöst.

In der Nacht zum 8. Juli erschoss in Dallas am Rande einer Demonstration ein afroamerikanischer Ex-Soldat fünf Polizisten. Nach eigenen Angaben war auch der Schütze von Baton Rouge kürzlich nach Dallas gereist.

Im vergangenen Jahr hatte L. seinen Namen geändert und sich als Mitglied der Washitaw-Nation bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Afroamerikanern, die glaubt, ihre Vorfahren hätten als Ureinwohner auf dem amerikanischen Kontinent gelebt.

Eines der Opfer von Baton Rouge war der schwarze Polizist Montrell Jackson. Der 32-Jährige setzte kurz vor seinem Tod einen bewegenden Facebook-Post ab.

US-Präsident Barack Obama verurteilte die Tat. Gewalt gegen Polizisten sei "durch nichts zu rechtfertigen", betonte der US-Präsident. Er rief alle Politiker auf, auf "aufhetzende Rhetorik" zu verzichten. "Wir brauchen nun keine unbedachten Äußerungen, mit denen politisch gepunktet werden soll."

asa/AFP/dpa/AP/Reuters

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