Erschossener Polizist Montrell Jackson "Bitte lasst den Hass nicht euer Herz infizieren"

Ein Attentäter hat in Baton Rouge mehrere US-Polizisten erschossen. Eines der Opfer hinterließ kurz vor seinem Tod bei Facebook eine bewegende Botschaft.

Erschossener Polizist Montrell Jackson
REUTERS/Montrell Jackson/Facebook

Erschossener Polizist Montrell Jackson


Nach der jüngsten Gewalttat gegen US-Polizisten in Baton Rouge ist im Internet eine Botschaft von einem der Opfer aufgetaucht. Der am Sonntag bei einem Attentat erschossene Polizist Montrell Jackson hatte demnach kurz vor seinem Tod auf Facebook seine Sorgen geteilt: "Ich schwöre zu Gott, dass ich diese Stadt liebe - aber ich frage mich, ob diese Stadt auch mich liebt", heißt es in einem Beitrag Jacksons vom 8. Juli.

"Bitte lasst den Hass nicht euer Herz infizieren", so Jackson, der selbst dunkelhäutig ist. "Dieser Stadt MUSS und WIRD es besser gehen. Ich arbeite in diesen Straßen dafür, dass jeder Demonstrant, Polizist, Freund oder Angehöriger, der mich sieht und eine Umarmung braucht oder ein Gebet sprechen will, auf mich zählen kann."

Jackson ist einer der mindestens drei Polizisten, die am Sonntag in Baton Rouge durch Schüsse getötet wurden - rund eineinhalb Wochen nach einem ähnlichen Heckenschützen-Attentat auf Polizisten in Dallas. Einer der jetzt Verletzten befindet sich offiziellen Angaben zufolge in kritischem Zustand, der mutmaßliche Täter wurde erschossen.

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Baton Rouge: Schütze tötet mehrere Polizisten

Nach Berichten mehrerer US-Fernsehsender handelt es sich beim Täter um den Afroamerikaner Gavin L. Der 29-Jährige stammt demnach aus Kansas City im Bundesstaat Missouri und war ehemaliger Marinesoldat.

Er soll von Juni 2008 bis Januar 2009 im Irakkrieg gedient haben und keine Vorstrafen haben. Über ein Motiv ist bisher nichts bekannt.

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Vor einer Eskalation der Gewalt zwischen Schwarzen und Sicherheitskräften warnt unter anderem die Mutter von Cameron Sterling - dem Sohn des vor Kurzem von Polizisten getöteten CD-Verkäufers Alton Sterlin. Die jetzt erneut ausgebrochene Gewalt gegen Polizisten breche ihr das Herz, sagte Quinyetta McMillon.

Sie sei entsetzt über den "verachtenswerten Akt der Gewalt", der nun erneut zum Tod von Polizisten geführt habe. Alles, was sie und ihr Sohn wollten, sei Frieden. Nach Sterlings Tod und einem ähnlichen Vorfall in St. Paul im Bundesstaat Minnesota war es landesweit zu Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus gekommen. Bei einer dieser Demonstrationen hatte ein Schwarzer in Dallas fünf weiße Polizisten erschossen. Als Motiv soll er Hass auf weiße Polizisten angegeben haben.

US-Präsident Barack Obama bezeichnete die jüngste Tat als ein Werk von "Feiglingen" und als "Attacke auf das Gesetz und die Gesellschaft". In einer Rede im Weißen Haus später am Abend sagte Obama: "Ein Angriff auf die Polizei ist ein Angriff auf uns alle." Es werde Gerechtigkeit geben.

mxw/AP

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