Mutter des Täters Angreifer von Baton Rouge soll Kriegstrauma erlitten haben

Der Todesschütze von Louisiana litt laut seiner Mutter wahrscheinlich unter einer posttraumatischen Belastungsstörung. Der 29 jährige Irak-Veteran hatte in Baton Rouge drei Polizisten erschossen.

Corine Woodley, Mutter des Attentäters Gavin L., während eines Interviews.
AP

Corine Woodley, Mutter des Attentäters Gavin L., während eines Interviews.


Die Mutter von Gavin L. hat in einem TV-Interview erklärt, ihr Sohn habe wahrscheinlich unter einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) gelitten. Einmal habe der 29-Jährige zudem behauptet, die CIA würde ihn verfolgen.

Der 29 jährige Irak-Veteran hatte am Sonntag in Baton Rouge im US-Bundesstaat Louisiana drei Polizisten erschossen, bevor er selbst von den Einsatzkräften getötet worden war.

In einer Sendung des Talkshow-Moderators Tavis Smiley beim Sender PBS sagte Corine Woodley nun, ihr Sohn sei regelmäßig ausgeflippt, wenn er von durch die Polizei erschossenen Schwarzen gehört habe. Er habe ihr gesagt: "Jemand muss etwas unternehmen."

Die Mutter des Schützen von Baton Rouge hatte in die Sendung einen Brief mitgebracht, der vom US-Kriegsveteranenministerium stammen soll. In dem Schreiben von 2013 wird eine Behandlung Gavin L.s wegen PTBS abgelehnt, da sein Leiden nicht mit seinem militärischen Dienst in Verbindung stehe. Das Schreiben liegt der Agentur AP ebenfalls vor.

Zuvor war bekannt geworden, dass Gavin L. gezielt Polizisten angegriffen hatte. Er habe den Beamten aufgelauert, um sie zu erschießen, hatte Louisianas Polizeichef Mike Edmonson dem TV-Sender CNN gesagt. Zuvor hatte der Schwarze Gavin L. in sozialen Netzwerken zur Gegenwehr gegen Übergriffe weißer US-Bürger auf Schwarze aufgerufen.

Video: Drei Polizisten in Baton Rouge erschossen

REUTERS

Die Lage in Baton Rouge ist seit Tagen angespannt: Dort war am 5. Juli der Afroamerikaner Alton Sterling von Polizisten erschossen worden, während er am Boden lag. Das und tödliche Polizeischüsse auf einen weiteren Schwarzen in Minnesota hatten in den USA Proteste gegen Polizeigewalt ausgelöst. In der Nacht zum 8. Juli erschoss in Dallas am Rande einer Demonstration ein afroamerikanischer Ex-Soldat fünf Polizisten.

cnn/AP

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