Umstrittene Sicherheitsbehörde Landesverfassungsgericht verhandelt über bayerische Grenzpolizei

Bayerns Innenminister nennt die umstrittene Grenzpolizei ein Erfolgsmodell, die Grünen halten sie für verfassungswidrig. Nun befassen sich Richter mit der 2018 eingeführten Behörde.
Ein Beamter der bayerischen Grenzpolizei kontrolliert am Grenzübergang Kirchdorf Dokumente (Archiv)

Ein Beamter der bayerischen Grenzpolizei kontrolliert am Grenzübergang Kirchdorf Dokumente (Archiv)

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Lino Mirgeler/ dpa

Verstoßen die Einsätze der bayerischen Grenzpolizei an der deutsch-österreichischen Grenze gegen die Verfassung des Freistaats Bayern? Darüber verhandelt im Lauf des Tages der Bayerische Verfassungsgerichtshof.

Die Grünen im bayerischen Landtag wollen höchstrichterlich klären lassen, ob die Wiedereinrichtung der Grenzpolizei vor zwei Jahren kurz vor der Landtagswahl 2018 und ihre Befugnisse mit der bayerischen Verfassung vereinbar sind. Sie hatten bereits früh Bedenken gegen diese umstrittene Polizeibehörde geäußert.

Die Grünen sehen unter anderem Verstöße gegen das Rechtsstaatsprinzip. Außerdem kritisieren sie die Zuständigkeit der Grenzpolizei, denn sie hat - wenn sie grenzpolizeiliche Aufgaben des Bundes wahrnimmt - nicht nur landesrechtliche Befugnisse, sondern auch bundesrechtliche, beispielsweise bei der Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs.

Zahl der bayerischen Grenzpolizisten soll verdoppelt werden

Bayern geht mit der Grenzpolizei einen umstrittenen Sonderweg. Die Grenzpolizei war bereits 1948 eingeführt und unter anderem für die Kontrollen an Grenzübergängen und Flughäfen in Bayern eingesetzt worden. 50 Jahre später, nach dem Wegfall der Grenzkontrollen zur ehemaligen DDR, der Aufhebung der Kontrollen an der Grenze zu Österreich und der Aufweichung der Grenzsituation mit Tschechien, wurde sie aufgelöst.

Zum 1. August 2018 wurde sie dann im Zuge der Diskussion über Zuwanderung von Flüchtlingen etwa über die Balkanroute als Teil der Landespolizei wieder eingeführt und umfasste zunächst rund 500 Beamte. Bis 2023 will das Innenministerium sie auf 1000 aufstocken.

Für Bayerns Innenminister Joachim Herrmann ist der Sonderweg ein Erfolg. Seit der Wiedereinführung der bayerischen Grenzpolizei seien die Fahndungserfolge deutlich nach oben gegangen, sagte der CSU-Politiker zu Jahresbeginn.

2019 seien nach erfolgreichen Fahndungen bayerischer Grenzpolizisten 785 Haftbefehle ausgestellt und 61 Wiedereinreisesperren verhängt worden, sagte Herrmann. Beim Herausfischen gefälschter Pässe habe die Zahl 2019 sogar um fast 60 Prozent höher gelegen als 2017.

apr/dpa
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