Bilanz für 2021 Zahl der tödlichen Bergunfälle in Bayern erreicht Höchststand

Beim Bergsport in den bayerischen Alpen sind in der ersten Jahreshälfte so viele Menschen ums Leben gekommen wie noch nie seit Beginn der Statistik. Zwei Landesminister warnen Touristen vor Selbstüberschätzung.
Rettungshubschrauber in Bayern (2021): Immer wieder bringen Menschen sich in den Alpen in Gefahr

Rettungshubschrauber in Bayern (2021): Immer wieder bringen Menschen sich in den Alpen in Gefahr

Foto: ActionPictures / IMAGO

In Bayern sind im vergangenen Halbjahr deutlich mehr Alpinisten bei ihrem Hobby gestorben als im Vorjahreszeitraum. Das teilten Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Justizminister Georg Eisenreich (beide CSU) bei einer Rettungsübung an der Jennerbahn am Königssee mit. Demnach kamen in dem Zeitraum im südlichen Oberbayern 30 Menschen zu Tode. Im Vorjahr waren es noch 19 gewesen.

Damit setzt sich offenbar eine Entwicklung fort: Die Zahl der Toten in der betreffenden Region hatte schon im gesamten Jahr 2021 mit 55 einen Spitzenwert erreicht – es war der höchste Stand seit Beginn der Aufzeichnungen 2009. »Überschätzen Sie sich nicht, informieren Sie sich und nehmen Sie die Gefahren in den Alpen ernst«, mahnte Innenminister Herrmann. Er erinnerte an die »SOS-EU-Alp«-App, über die Retter schnell alarmiert werden können.

»Wichtig, sich selbst richtig einzuschätzen«

»2021 starben im Landkreis Berchtesgadener Land mehr Menschen in den Bergen als im Straßenverkehr«, sagte Justizminister Eisenreich. Voraussetzung für Touren sei die richtige Ausrüstung und eine gute Vorbereitung mit der richtigen Routenauswahl. »Dazu ist wichtig, sich selbst richtig einzuschätzen.« Immer mehr Hobby-Bergsteiger verließen sich auf teure Ausrüstung und Apps, warnte der Minister.

Erst im Juni mussten im österreichischen Kleinwalsertal mehr als 100 in Bergnot geratene Schüler und Lehrer aus dem Raum Ludwigshafen gerettet werden. Die Lehrkräfte hatten eine für die Ausrüstung und Fähigkeiten der Gruppe zu schwierige Route aus dem Internet gewählt, der Weg entpuppte sich als weitaus riskanter. Die Bergretter stellten den Schülern für den Einsatz eine Rechnung über rund 18.000 Euro aus. Für die Summe war letztlich das Land Rheinland-Pfalz aufgekommen.

fek/bbr/dpa/AFP
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