Beil-Mord Mann tötete nach verlorenem Sorgerechtsstreit

Ein verlorener Sorgerechtsstreit war möglicherweise das Motiv für den Beil-Mord von Lübeck. Am Tag vor der Tat hatte das Oberlandesgericht Schleswig die Klage des 37-jährigen Tatverdächtigen auf ein gemeinsames Sorgerecht für die beiden Kinder abgewiesen.


Lübeck - Das Gericht hatte dem Mann nach Informationen der "Lübecker Nachrichten" lediglich gestattet, seine Kinder einmal pro Woche zu besuchen. Nach Informationen der NDR1 Welle Nord kündigte der Mann an diesem Tag die Tat in einem griechischen Restaurant öffentlich an.

Unterdessen wies die Polizei Vorwürfe der Familie der Getöteten zurück, wonach der Mann nach einer Messerattacke auf die 36-Jährige im September 2007 hätte verhaftet werden müssen. "Es lagen damals keine Rechtsgrundlagen vor, den Mann weiter in Gewahrsam zu halten", sagte der Sprecher der Lübecker Polizei, Frank Doblinski.

Die Polizei war nach eigenen Angaben gerufen worden, weil der Mann seine geschiedene Frau mit einem Messer bedroht und am Bein verletzt hatte. Er sei in Gewahrsam genommen und wegen des Verdachts auf Bedrohung, Körperverletzung und Freiheitsberaubung angezeigt worden. Er habe aber wieder freigelassen werden müssen.

Insgesamt gab es dem Polizeisprecher zufolge seit dem Jahr 2005 acht Polizeieinsätze im Umfeld der Familie. Dabei habe es sich vor allem um Streitigkeiten zwischen dem Vater und einem Bruder des Opfers mit dem Tatverdächtigen gehandelt, bei denen es um eine größere Summe Geld gegangen sei. Zwischenzeitlich hätte sich die Familie aber immer wieder angenähert.

Am 28. Dezember hatte der Mann seine Ex-Frau auf dem Fahrrad verfolgt und mit einem Beil erschlagen. Die Frau war laut Polizei auf der Stelle tot. Die beiden gemeinsamen Kinder, eine siebenjährige Tochter und ein vierjähriger Sohn, leben zurzeit beim Vater des Opfers.

jjc/AP



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