Belgischer Missbrauchsfall Dutroux-Komplizin kommt vorzeitig frei

In einem spektakulären Prozess wurde Michelle Martin zu 30 Jahren Haft verurteilt, weil sie für den Tod zweier Mädchen mitverantwortlich ist. Nun wird die Ex-Frau des belgischen Mörders Marc Dutroux vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen. Sie darf künftig in einem Kloster leben.

Brüssel - Die Ex-Frau und Komplizin des belgischen Sexualstraftäters Marc Dutroux kommt nach 16 Jahren Haft frei - unter bestimmten Auflagen. Die belgische Justiz genehmigte einen Resozialisierungsplan, der Michelle Martins Aufnahme in einem Kloster im Süden von Belgien vorsieht. Das berichtet die Nachrichtenagentur Belga. Martin darf sich zudem den Familien der Opfer nicht nähern. Diese hatten eine Freilassung von Martin stets abgelehnt. Die heute 52-Jährige ist seit 1996 inhaftiert.

Das Gericht im wallonischen Mons hatte sich bereits zum fünften Mal seit 2007 mit einem Antrag Martins auf vorzeitige Haftentlassung beschäftigt. So hatte das Gericht im Mai vergangenen Jahres einem Antrag stattgegeben, der ihren Gang in ein französisches Kloster vorsah. Weil sich Frankreich jedoch wehrte, scheiterte die Entlassung. Die Pläne hatten für heftige öffentliche Empörung gesorgt.

Martin wurde 1996 zusammen mit Dutroux festgenommen. Dem Paar wurden die Entführung, Gefangennahme und Vergewaltigung von sechs Mädchen und jungen Frauen und der Tod dreier Opfer zur Last gelegt. Dutroux wurde für seine Taten zu lebenslanger Haft verurteilt. Martin wurde vor allem angelastet, dass sie zwei der verschleppten Mädchen in einem Kellerverlies verhungern ließ. Die ehemalige Lehrerin, selbst Mutter dreier Kinder von Dutroux, versperrte eigenhändig die Tür, hinter der die beiden achtjährigen Mädchen qualvoll starben, wie sie im Prozess aussagte.

wit/AFP/dpa
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