Zur Ausgabe
Artikel 18 / 62
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Jörg L. und das pädokriminelle Netzwerk Einem Chatpartner soll er seine kleine Tochter angeboten haben

Jörg L. aus Bergisch Gladbach steht bald als Hauptverdächtiger eines Kinderpornorings vor Gericht. Zehntausende Täter werden womöglich entkommen.
aus DER SPIEGEL 32/2020
Ermittler der Polizei Köln, Auswerterin Fischer: Bislang 50 mutmaßliche Opfer

Ermittler der Polizei Köln, Auswerterin Fischer: Bislang 50 mutmaßliche Opfer

Foto:

Polizei Köln; Marcus Simaitis / DER SPIEGEL

Im Zusammenhang mit dem Bergisch Gladbacher Missbrauchsfall werden die Ermittler vermutlich höchstens drei Prozent der Tatverdächtigen dingfest machen können. Das sagt der Kölner Oberstaatsanwalt Markus Hartmann, Leiter der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime in Nordrhein-Westfalen dem SPIEGEL. "Angesichts der zahlreichen technischen und rechtlichen Hemmnisse wäre es ein Erfolg, wenn wir am Ende eine dreistellige Zahl von Personen hätten, die wir als Tatverdächtige identifizieren und strafrechtlich verfolgen können."

Lesen Sie hier die ganze Geschichte:

Für die Polizisten, die Männer wie Jörg L. dingfest machen, gibt es einen Grundsatz: Genauso wichtig wie die Jagd auf die Verdächtigen ist die Jagd auf ihre Handys. Die Polizisten in Bergisch Gladbach hatten L., einen gelernten Koch und Hotelfachmann, im Herbst vergangenen Jahres schon eine Zeit lang im Blick gehabt. Sie hatten alles, was sie für den Zugriff benötigten: Hinweise, dass er Kinderpornografie besitzt, einen Durchsuchungsbeschluss und den Auftrag, diesen zu vollstrecken. Trotzdem hielten sich die Ermittler zurück.

L., 43, war im Oktober mit seiner Familie in den Urlaub gefahren. Die Polizisten hätten sein Haus auf den Kopf stellen können, während er nicht da war. Sie hätten Laptops, Festplatten und USB-Sticks sicherstellen können, sein Handy aber nicht. "Er hätte von der Sache Wind bekommen und hätte das Ding zerstört", sagt ein Ermittler, "dann wäre uns die Dimension dieses Falls nie klar geworden."

Erst als Familie L. aus dem Urlaub heimgekehrt war, rückten die Einsatzkräfte an. In den frühen Morgenstunden des 21. Oktober durchsuchten sie das Haus im Stadtteil Hebborn. Sie nahmen L. das Handy ab, ein iPhone 8. Die Ermittler probierten verschiedene Pin-Nummern aus, um auf seine Daten zugreifen zu können. Es war einfach, denn als Pin-Nummer hatte L. ein Datum festgelegt, den 5. April. Es ist der Geburtstag seiner damals zweijährigen Tochter, die er missbraucht haben soll.

Jetzt weiterlesen mit SPIEGEL+

Jetzt weiterlesen. Mit dem passenden SPIEGEL-Abo.

Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe zu Themen, die unsere Gesellschaft bewegen – von Reportern aus aller Welt. Jetzt testen.

  • Alle Artikel auf SPIEGEL.de frei zugänglich.

  • DER SPIEGEL als E-Paper und in der App.

  • Einen Monat für 1,- € testen.

Einen Monat für 1,- €
Jetzt für 1,- € testen

Sie haben bereits ein Digital-Abonnement? Hier anmelden

Weiterlesen mit SPIEGEL+

Mehr Perspektiven, mehr verstehen.

Freier Zugang zu allen Artikeln, Videos, Audioinhalten und Podcasts

  • Alle Artikel auf SPIEGEL.de frei zugänglich

  • DER SPIEGEL als E-Paper und in der App

  • DER SPIEGEL zum Anhören und der werktägliche Podcast SPIEGEL Daily

  • Nur € 19,99 pro Monat, jederzeit kündbar

Sie haben bereits ein Digital-Abonnement?

SPIEGEL+ wird über Ihren iTunes-Account abgewickelt und mit Kaufbestätigung bezahlt. 24 Stunden vor Ablauf verlängert sich das Abo automatisch um einen Monat zum Preis von zurzeit 19,99€. In den Einstellungen Ihres iTunes-Accounts können Sie das Abo jederzeit kündigen. Um SPIEGEL+ außerhalb dieser App zu nutzen, müssen Sie das Abo direkt nach dem Kauf mit einem SPIEGEL-ID-Konto verknüpfen. Mit dem Kauf akzeptieren Sie unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzerklärung.

Zur Ausgabe
Artikel 18 / 62
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.