Staatsschutz ermittelt 20-Jähriger uriniert gegen Holocaust-Mahnmal

In Berlin hat ein junger Mann an einer Stele des Denkmals für die ermordeten Juden Europas Wasser gelassen. Ein Atemalkoholtest bei dem 20-Jährigen ergab laut Polizei einen Wert von rund 1,5 Promille.
Holocaust-Mahnmal in Berlin (Archivbild)

Holocaust-Mahnmal in Berlin (Archivbild)

Foto: Florian Gaertner/photothek.de / imago images/photothek

Der polizeiliche Staatsschutz hat wegen des Verdachts der Störung der Totenruhe am Denkmal für die ermordeten Juden Europas Ermittlungen aufgenommen. Das teilte die Berliner Polizei am Sonntag mit . Den Angaben zufolge hatte eine Sicherheitsmitarbeiterin am frühen Nachmittag einen jungen Mann beobachtet, der gegen eine Stele urinierte.

Die Frau gab an, ihn angesprochen – und auf die Besonderheit des Ortes hingewiesen zu haben, so die Polizei. Der Tatverdächtige habe sinngemäß geäußert, er wisse, wo er sei, und weiter uriniert. Daraufhin alarmierte die Frau die Polizei.

Ein Atemalkoholtest bei dem 20-Jährigen ergab laut Polizei einen Wert von rund 1,5 Promille. Der Mann durfte nach Feststellung seiner Personalien weitergehen.

Das Mahnmal, das 2005 zum Gedenken an die von den Nationalsozialisten ermordeten rund sechs Millionen Juden eröffnet wurde, besteht aus rund 2700 verschieden hohen, dunkelgrauen Betonblöcken. In dem Stelenfeld ist laut Hausordnung unter anderem Rauchen und Alkoholkonsum verboten, außerdem Lärmen, Rennen oder das Springen von Block zu Block.

Anfang November war die Polizei im Zusammenhang mit dem Mahnmal selbst in die Schlagzeilen geraten, weil ein Foto bekannt geworden war, dass uniformierte Polizisten zeigte, die an den Steinblöcken Liegestütze machten. Polizeipräsidentin Barbara Slowik entschuldigte sich öffentlich.

wit/dpa/AFP
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