Urteile nach Berliner Wettbüro-Mord Acht Hells Angels zu lebenslanger Haft verurteilt

In einem der bundesweit größten Rocker-Prozesse um die tödlichen Schüsse in einem Berliner Wettbüro ist das Urteil gefallen: Acht Männer müssen lebenslang ins Gefängnis, darunter auch ein Chef der Rockerbande Hells Angels.

Schüsse im Wettbüro (Archiv): Acht Mal lebenslang für Mitglieder der Rockerbande Hells Angels
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Schüsse im Wettbüro (Archiv): Acht Mal lebenslang für Mitglieder der Rockerbande Hells Angels


Das Berliner Landgericht hat acht der zehn Angeklagten zu lebenslangen Gefängnisstrafen verurteilt. Sieben von ihnen wurden wegen gemeinschaftlichen Mordes schuldig gesprochen. Der 35-jährige Kadir Padir, der als Rockerchef der Hells Angels gilt und die tödlichen Schüsse in Auftrag gegeben haben soll, wurde wegen Anstiftung zum Mord verurteilt.

Ein weiterer Angeklagter wurde ebenfalls des Mordes schuldig gesprochen, bekam aber wegen seiner Hilfe bei der Aufklärung eine niedrigere Strafe von zwölf Jahren. Der zehnte Angeklagte erhielt eine geringe Strafe. Der Prozess gegen einen weiteren Mann war abgetrennt worden, zwei mutmaßliche Mittäter sind auf der Flucht.

13 teils vermummte Männer waren am 10. Januar 2014 in das Wettcafé Expekt im Berliner Stadtteil Reinickendorf eingedrungen. Der Mann an der Spitze feuerte im Hinterzimmer mit einer Pistole auf Tahir Özbek. Sechs Kugeln trafen, Özbek starb noch im Café.

Der Angeklagte Recep O. hatte die Schüsse gestanden, aber Mordpläne bestritten. Einen Auftrag, Tahir Özbek zu töten, habe es nicht gegeben.

Multimediaspezial zum Prozessauftakt

Das Gericht sah das nun offenbar anders. Die Ermittler hatten den Mord als Racheaktion für eine vorangegangene Auseinandersetzung bewertet. Tahir Özbek und ein paar seiner Kumpels hatten sich Mitte Oktober 2013 vor einer Diskothek mit Türstehern und Hells Angels geprügelt, ein Hells Angel musste verletzt ins Krankenhaus.


Mehr zum Urteil gegen Kadir Padir und die Hells Angels sehen Sie bei SPIEGEL TV: 7. Oktober, 23.25 Uhr, auf RTL.

fek/dpa

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