Polizei ermittelt Mann mit Macron-Maske durch Berlin-Neukölln geführt

Am Strick wird ein Mann durch die Sonnenallee geführt, er trägt eine Macron-Maske: Die Bilder dieser Aktion haben Aufsehen erregt. Nun prüft die Polizei, ob sich die Beteiligten strafbar gemacht haben könnten.

In den sozialen Medien hat ein Video Aufsehen erregt, das einen Mann in einem weißen Gewand zeigt, der einen als Emmanuel Macron maskierten Mann an einem Strick über die Berliner Sonnenallee führt. Der Staatsschutz des LKA ermittelt in dem Fall und prüft, inwiefern die beiden Männer sowie zwei weitere Personen, die an der Aktion beteiligt gewesen sein sollen, sich strafbar gemacht hätten, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei.

Möglich sei auch, dass die Personen wegen Verstößen gegen die Corona-Verordnung belangt werden könnten, da sie in einer größeren Gruppe unterwegs waren, keinen Abstand hielten und keinen Mund-Nasen-Schutz trugen, so der Sprecher.

Die Polizei hatte über Twitter mitgeteilt, sie habe am Samstagabend einen YouTuber am Alexanderplatz überprüft. "Er soll mit einem Kaftan bekleidet seinen Bekannten in Perücke & Macron-Maske an einem Seil durch Neukölln geführt, beleidigt & angedeutet haben, ihn zu schlagen", hieß es.

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Dem Sprecher zufolge geht die Polizei davon aus, dass es sich um dieselben Personen wie in dem Video handelt. Die Hintergründe seien noch unklar. Der "Tagesspiegel"  hatte am Wochenende über den Vorfall berichtet.

Frankreichs Präsident Macron hatte nach der Enthauptung des Lehrers Samuel Paty durch einen Islamisten in Frankreich die Meinungsfreiheit und die Veröffentlichung auch religionskritischer Karikaturen verteidigt. Bei einer Gedenkfeier sagte er, Frankreich werde nicht "auf Karikaturen und Zeichnungen verzichten, auch wenn andere sich davon zurückziehen". Der Lehrer hatte im Unterricht Mohammed-Karikaturen als Beispiel für Meinungsfreiheit gezeigt. Macrons Äußerungen führten weltweit zu Protesten von Muslimen.

bbr/dpa
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