Vernehmung durch die Polizei Amokfahrer von Berlin äußert sich offenbar wirr

Bei der Todesfahrt von Berlin handelt es sich Bürgermeisterin Giffey zufolge um die »Amoktat eines psychisch schwer beeinträchtigten Menschen«. Ein Dolmetscher soll bei der Vernehmung helfen.
Wagen eines Sicherheitsdienstes vor dem zerstörten Schaufenster: Mehrere Verletzte

Wagen eines Sicherheitsdienstes vor dem zerstörten Schaufenster: Mehrere Verletzte

Foto: Fabian Sommer / dpa

Der Amokfahrer von Berlin äußert sich der Regierenden Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) zufolge verwirrt zu dem Geschehen am Mittwoch. Mithilfe eines Dolmetschers werde versucht, mehr »aus den teilweise wirren Äußerungen, die er tätigt, herauszufinden«, sagte Giffey am Morgen im RBB-Inforadio .

Der tödliche Vorfall mit einem Auto am Berliner Kurfürstendamm wird von der Politik als Amoktat eingestuft. Giffey sagte, durch die Ermittlungen der Polizei sei klar geworden, »dass es sich um die Amoktat eines psychisch schwer beeinträchtigten Menschen handelt«. Das habe sich am Mittwochabend »verdichtet«. Giffey sprach von einem »dunklen Tag in der Berliner Stadtgeschichte«.

Zuvor hatten bereits Bundeskanzler Olaf Scholz und Berlins Innensenatorin Iris Spranger die Todesfahrt als »Amoktat« bezeichnet. Bei dem Vorfall am Mittwochvormittag waren eine Frau getötet und mehrere Menschen teils lebensgefährlich verletzt worden.

Scholz hatte am Mittwochabend getwittert: »Die grausame Amoktat an der Tauentzienstraße macht mich tief betroffen.« Weiter hieß es: »Die Reise einer hessischen Schulklasse nach Berlin endet im Albtraum. Wir denken an die Angehörigen der Toten und an die Verletzten, darunter viele Kinder. Ihnen allen wünsche ich eine schnelle Genesung.«

Bei seiner Tat tötete der Fahrer am Mittwochvormittag eine Lehrerin aus Hessen und verletzte 14 Menschen, vor allem aus der dazugehörigen Schülergruppe. Mehrere Jugendliche wurden lebensgefährlich verletzt.

DER SPIEGEL

Plakat in Auto gefunden

Nach SPIEGEL-Informationen heißt der Mann Gor H., ist 29 Jahre alt, hat einen deutschen und einen armenischen Pass. Er soll seit mehr als zehn Jahren in Berlin gemeldet gewesen sein, zuletzt im dritten Stock eines Wohnhauses im Ortsteil Charlottenburg-Nord. Er wurde von der Polizei vernommen und in ein Krankenhaus gebracht.

Im Auto wurde ein Plakat gefunden, es richtet sich gegen die Türkei, die im Ersten Weltkrieg einen Völkermord an den Armeniern beging. Unklar ist, ob es Gor H. gehört oder seiner Schwester, der Eigentümerin des Autos.

Die Ermittlungen der Polizei werden von einer Mordkommission geführt, nicht vom Staatsschutz, der für eine politisch motivierte Tat zuständig wäre. Am Mittwoch wurde unter anderem auch die Wohnung des Fahrers in Charlottenburg durchsucht. Der Mann soll der Polizei wegen mehrerer Delikte bekannt gewesen sein, jedoch nicht in Zusammenhang mit Extremismus.

ptz/dpa
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