Angriff in Berliner Klinik 72-jähriger Patient erschießt Arzt

Ein 55-jähriger Arzt ist in einem Krankenhaus in Berlin niedergeschossen worden. Der mutmaßliche Täter hat sich selbst erschossen. Der 72-Jährige war gestern zur Behandlung in der Klinik.

REUTERS

Im Universitätsklinikum Benjamin Franklin in Berlin-Steglitz sind am Mittag Schüsse gefallen. Wie ein Polizeisprecher berichtete, habe dort ein Patient auf einen Arzt geschossen und diesen schwer verletzt. Danach erschoss sich der Täter selbst. Mittlerweile ist der Arzt seinen schweren Verletzungen erlegen. Er starb an einer oder mehreren Schusswunden.

Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich um einen 72 Jahre alten Deutschen. Das Opfer war ein 55-jähriger Kieferorthopäde und Oberarzt. Nach Angaben der Polizei hatte sich der Todesschütze, der in Berlin lebte und geboren wurde, schon am Vortag in dem Krankenhaus behandeln lassen.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot und einem Spezialeinsatzkommando vor Ort. Der Vorfall habe sich gegen 13.00 Uhr ereignet. Die Polizei geht nicht von einem extremistischen Hintergrund aus. Es lägen "keine Hinweise auf einen Anschlag vor", sagte eine Sprecherin. Zum Motiv des Schützen lagen zunächst keine Angaben vor. Mittlerweile sei die Lage unter Kontrolle. Es bestehe zur Zeit keine Gefahr. Hinweise auf weitere Täter oder verletzte Personen gebe es nicht.

Auf Twitter hatte die Polizei zuvor schon über den Vorfall informiert:

Großeinsatz an der Charité

Der "Tagesspiegel" berichtete unter Berufung auf einen Leser, der vor dem Haupteingang gestanden habe, schwer bewaffnete Beamte hätten sämtliche Eingänge gesichert. Angestellte und Besucher seien ruhig aus dem Gelände gelaufen. Weitere Funkstreifen hätten die Zufahrten zum Gelände gesperrt.

Die Angestellten wurden von der Klinikleitung aufgefordert, in ihren Räumen zu bleiben und die Türen abzuschließen.

Die Feuerwehr ist auch auf dem Krankenhausgelände. Vor dem Gelände stehen laut Augenzeugen mindestens 20 Fahrzeuge von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten. Die Zufahrt ist gesperrt.

Das Krankenhaus im Südwesten der Hauptstadt ist einer von vier Standorten der Charité, der größten Universitätsklinik Europas. Es wurde in den Sechzigerjahren errichtet und hat knapp 900 Betten.

cnn/msc/Reuters/AFP/dpa

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