Berlin Ermittler finden IS-Flagge nach mutmaßlichem Anschlag auf Bahnstrecke

Der polizeiliche Staatschutz ermittelt nach dem mutmaßlichen Anschlag auf eine Bahnstrecke in Berlin. In der Nähe der Gleise fanden die Ermittler eine Flagge der Terrormiliz "Islamischer Staat".
ICE (Symbolbild)

ICE (Symbolbild)

Foto: Julian Stratenschulte/ DPA

In Berlin ist am Sonntag ein Oberleitungsschaden an einer wichtigen Bahntrasse entdeckt worden. Einsatzkräfte der Bundespolizei entdeckten zwischen den Bahnhöfen Karlshorst und Wuhlheide ein gerissenes Halteseil und ein beschädigtes Versorgungskabel. Kriminaltechniker gehen von einem Anschlag auf die Deutsche Bahn aus.

Bei den Ermittlungen haben die Beamten mehrere Beweismittel sichergestellt. Darunter befinden sich unter anderem auch eine Flagge der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) und Schriftstücke mit arabischen Schriftzeichen. Ob die Flagge und die Schreiben im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Anschlag stehen, ist derzeit noch offen.

Außerdem prüfen die Ermittler einen möglichen Zusammenhang mit dem Anschlag auf die Bahnstrecke zwischen Nürnberg und München am 7. Oktober. An dem Tag war die Frontscheibe eines ICE durch ein Stahlseil beschädigt worden, das unbekannte Täter über die Bahngleise im mittelfränkischen Allersberg nahe Nürnberg gespannt hatten.

In der Nähe des Tatortes waren damals neben mehreren Holz- und Eisenteilen laut Bayerischem Landeskriminalamt (LKA) auch zwei Drohschreiben gefunden worden, ein komplett erhaltenes und ein Fragment. Auch ein arabisches Graffiti an einem Brückenpfeiler dokumentierten die Beamten.

In den Drohschreiben in arabischer Sprache wurden europaweite Angriffe gegen den Bahnverkehr angedroht, falls die EU-Staaten nicht aufhören sollten, den IS zu attackieren. Ob die Attentäter vom 7. Oktober tatsächlich in Verbindung zum IS standen oder ob es sich um Trittbrettfahrer handelt, konnte bislang nicht geklärt werden.

Aus Ermittlerkreisen hieß es, die Texte stammten aus einschlägig bekannten Internetforen, seien frei verfügbar und könnten leicht von jedem anderen verwendet werden. Möglich sei, dass diese Schreiben verwendet wurden, um eine Verbindung zur islamistischen Szene vorzugaukeln.

syd/Reuters/AFP
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