Verdacht auf Menschenhandel Großrazzia im Berliner Nobelbordell Artemis

Das Wellnessbordell Artemis in Berlin wurde von mehreren Hundert Polizisten durchsucht. Dem Betreiber wird Steuerhinterziehung vorgeworfen, und es gebe einen Verdacht auf Menschenhandel.


Einsatzkräfte von Polizei, Staatsanwaltschaft, Steuerfahndung und Zoll haben am Mittwochabend das Berliner Großbordell Artemis im Stadtteil Charlottenburg durchsucht und Anwesende vernommen. An der Aktion seien rund 650 Polizisten, 20 Beamte der Zollinspektion und Steuerfahnder beteiligt, sagte der Sprecher des Hauptzollamtes.

Nach Angaben eines Polizeisprechers ging es unter anderem um Steuerhinterziehung, Schwarzarbeit und den Verdacht auf Menschenhandel. Vier Menschen seien verhaftet worden.

Dem Betreiber des Bordells werde vorgeworfen, Sozialversicherungsbeiträge veruntreut zu haben, erläuterte der Zollsprecher.

Während der Bordellbetreiber behaupte, die beschäftigten Frauen seien selbstständig, gebe es Hinweise darauf, dass sie sozialversicherungspflichtig beschäftigt seien. Dafür sprächen Dienstpläne oder auch "stringente Anweisungen". Rentenversicherungsträger nähmen einen Schaden von 17,5 Millionen Euro an. Die Polizei sprach dagegen von 23 Millionen.

sun/dpa



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