Anklage in Berlin Junge Frau offenbar nach "Salzwasserkur zur Teufelsaustreibung" gestorben

Wohl weil sie nicht schwanger wurde, zwang ihr Mann sie, täglich Salzwasser zu trinken: Nach dem Tod einer 22-Jährigen hat die Staatsanwaltschaft Berlin Anklage erhoben.
Die Staatsanwaltschaft Berlin am Gericht in Moabit

Die Staatsanwaltschaft Berlin am Gericht in Moabit

Foto: Fabian Sommer/ dpa

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat nach dem Tod einer jungen Frau gegen vier Personen Anklage wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge erhoben. Sie sieht es als erwiesen an, dass die drei Männer und eine Frau mit einer "Salzwasserkur zur Teufelsaustreibung" den Tod der 22-Jährigen verschuldet haben.

Bei ihnen handelt es sich demnach um den Ehemann des Opfers, ihre Schwiegereltern und einen als "islamischer Wunderheiler" tätigen Mann.

Angeklagte wollten wohl die Kinderlosigkeit "behandeln"

Die vier wollten nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Winter 2015 die Kinderlosigkeit der jungen Frau "behandeln". Sie sollen das Opfer täglich dazu gezwungen haben, Wasser zu trinken, das mit einer gesundheitsschädlichen und zuletzt tödlichen Dosis Kochsalz angereichert gewesen sein soll.

Den Ermittlern zufolge soll die Frau an einer Gerinnungsstörung und einem fiebrigen Infekt gelitten haben. Demnach starb sie am 7. Dezember 2015 nach erfolglosen Reanimationsversuchen an einer beidseitigen Lungenarterienembolie und einem Hirnödem im Krankenhaus.

kko/AFP
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