Sohn des früheren Bundespräsidenten Mann ersticht Fritz von Weizsäcker bei Vortrag in Berliner Klinik

Der Sohn des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker ist getötet worden. Der Chefarzt hielt zur Zeit der Tat einen Vortrag in einem Berliner Krankenhaus.

Feuerwehrleute, Polizisten und medizinisches Personal vor der Berliner Klinik
Paul Zinken / DPA

Feuerwehrleute, Polizisten und medizinisches Personal vor der Berliner Klinik


In einer Klinik in Berlin hat ein Angreifer während eines Vortrags den Chefarzt der dortigen Gastroenterologie-Abteilung Fritz von Weizsäcker getötet. Das bestätigte eine Polizeisprecherin. Der 59-Jährige war eines von vier Kindern des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker.

Der Vorfall ereignete sich gegen 18.50 Uhr in der Schlosspark-Klinik in der Nähe des Charlottenburger Schlosses. Weizsäcker hielt zu der Zeit einen Vortrag zum Thema Fettleber.

Laut einer Polizeisprecherin wurde er plötzlich von einem Mann angegriffen. Ein anderer Mann aus dem Zuschauerraum sei dazwischen gegangen und dabei selbst schwer verletzt worden. Die Berliner Polizei schrieb auf Twitter, dass sofort eingeleitete Reanimationsmaßnahmen erfolglos geblieben seien. Weizsäcker starb noch vor Ort.

Mehrere Menschen aus dem Publikum halfen laut Polizei, den Täter festzuhalten und der Polizei zu übergeben. Der Tatverdächtige wurde festgenommen, eine Mordkommission nahm Ermittlungen auf. Experten untersuchten den Tatort.

Fritz von Weizsäcker war nach Stationen in Freiburg, Boston und Zürich seit 2005 Chefarzt der Abteilung Innere Medizin I an der Schlosspark-Klinik. Von Weizsäckers Vater Richard von Weizsäcker war von 1981 bis 1984 Regierender Bürgermeister von Berlin und von 1984 bis 1994 Bundespräsident der Bundesrepublik. Er starb am 31. Januar 2015.

Laut der Website der Klinik gibt es dort regelmäßig Veranstaltungen, die sich in der Regel an interessierte medizinische Laien wenden, die etwas über Erkrankungen, deren Diagnose und Therapiemöglichkeiten erfahren möchten.

Die Klinik hat eigenen Angaben zufolge rund 340 Betten und nimmt an der psychiatrischen Notfallversorgung für Charlottenburg-Nord teil. Es gibt Fachabteilungen unter anderem für Ästhetisch-Plastische Chirurgie, Neurologie, Orthopädie, Psychiatrie und Innere Medizin wie Gastroenterologie und Kardiologie. Das Haus hat einen privaten Träger, behandelt aber neben Privatpatienten auch Kassenpatienten.

Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels wurde die Schlosspark-Klinik als "Privatklinik" bezeichnet. Richtig ist, dass das Haus einen privaten Träger hat. Allerdings werden dort auch gesetzlich versicherte Patienten behandelt.

kko/dpa



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