Tödliche Schüsse von Radfahrer in Berlin Opfer war Georgier - Haftbefehl gegen Russen

Der von einem Fahrradfahrer in Berlin getötete Mann stammte laut Staatsanwaltschaft aus Georgien. Gegen den Tatverdächtigen wurde Haftbefehl wegen "Heimtückemordes" erlassen.

Ermittler am Tatort in Berlin-Moabit (Archivbild)
REUTERS

Ermittler am Tatort in Berlin-Moabit (Archivbild)


Der von einem Fahrradfahrer in Berlin erschossene Mann ist laut Behördenangaben georgischer Staatsbürger. Der 40-Jährige war am Freitagmittag in einem Park in Berlin-Moabit erschossen worden.

Zeugenaussagen zufolge war der Schütze auf dem Fahrrad unterwegs. Die Polizei nahm einen Tatverdächtigen fest, die Berliner Staatsanwaltschaft erließ einen Haftbefehl.

Bei dem Tatverdächtigen handele es sich um einen 49-jährigen russischen Staatsangehörigen, wie die Generalstaatsanwaltschaft Berlin via Twitter mitteilte. Gegen den Russen sei ein Haftbefehl wegen "Heimtückemordes" erlassen worden. Er befinde sich in Untersuchungshaft. Die Tatwaffe und das mutmaßliche Fluchtfahrrad wurden sichergestellt.

Die Polizei hatte nach der tödlichen Attacke eine Vielzahl von Beamten zum Tatort geschickt. Ein Hubschrauber wurde eingesetzt, auch die Wasserschutzpolizei beteiligte sich an den Ermittlungen im Stadtteil Moabit, durch den die Spree fließt.

Russische und georgische Medien hatten bereits am Samstag den Namen des mutmaßlichen Opfers veröffentlicht. Der Mann soll aus dem überwiegend von Tschetschenen bewohnten Pankisi-Tal im nordöstlichen Georgien stammen. Angeblich war er Islamist und soll im russisch-tschetschenischen Krieg 2001 bis 2005 gekämpft haben, schreibt die Nichtregierungsorganisation EMC (Zentrum für das Monitoring von Menschenrechten). Im Mai 2015 soll es bereits einen Anschlag auf den Mann gegeben haben.

Nach SPIEGEL-Informationen ermittelt die Staatsanwaltschaft in alle Richtungen. Ein politischer Hintergrund der Tat werde nicht ausgeschlossen.

Die "Berliner Morgenpost" sprach mit einer Frau, die das Tatgeschehen von einem Café aus beobachtet haben soll. Sie beschrieb das Vorgehen des Täters als "Hinrichtung": Der Mann habe sich dem Opfer von hinten auf dem Fahrrad genähert. Aus wenigen Metern Entfernung habe er dann geschossen. Als das Opfer auf dem Boden gelegen habe, habe der Täter ein zweites Mal geschossen und sei danach mit dem Rad geflohen.

ala/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.