Verschwundene Jungen Tatverdächtiger im Fall Mohamed gesteht auch Tötung von Elias

Der Tatverdächtige im Fall des getöteten vierjährigen Mohamed hat gestanden, den Jungen sexuell missbraucht zu haben. Zudem räumte der Mann laut Staatsanwaltschaft ein, den seit Juli verschwundenen sechsjährigen Elias getötet zu haben.
Erinnerung an Mohamed: Kerzen und Blumen an Flüchtlings-Registrierungsstelle

Erinnerung an Mohamed: Kerzen und Blumen an Flüchtlings-Registrierungsstelle

Foto: TOBIAS SCHWARZ/ AFP

Ermittler gehen davon aus, dass der mutmaßliche Entführer des toten Flüchtlingskindes Mohamed auch den kleinen Elias aus Potsdam umgebracht hat. Der Mann habe gestanden, den im Juli verschwundenen Elias getötet zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft in Berlin mit. Sie bestätigte damit Berichte von "Bild", "B.Z." sowie "Berliner Zeitung". Elias' Leiche soll demnach in einer Laubenkolonie verscharrt sein.

Der Mann war am Donnerstag festgenommen worden und soll am Freitag dem Haftrichter vorgeführt werden. Der 32-Jährige hatte zunächst gestanden, den vier Jahre alten Mohamed am 1. Oktober von der zentralen Registrierungsstelle für Flüchtlinge in Berlin-Moabit entführt und bereits einen Tag später umgebracht zu haben. Die Leiche des Flüchtlingsjungen lag im Auto des Verdächtigen in einer Wanne.

Durch die Festnahme konnten die Ermittler offenbar auch den Fall Elias aufklären. Der Sechsjährige war am 8. Juli in Potsdam-Schlaatz spurlos verschwunden. Er war zum Spielen nach draußen gegangen. Als der Junge nicht wieder auftauchte, startete die Polizei eine riesige Suchaktion.

Beamte durchkämmten den Stadtteil, werteten Videoaufzeichnungen aus öffentlichen Verkehrsmitteln und einem Supermarkt aus, befragten Anwohner und verteilten Tausende von Handzetteln. Ein Spürhund suchte die Gegend ab, über Schlaatz kreiste ein Polizeihubschrauber. Die Ermittler baggerten einen Fluss aus. Doch schon Mitte August hatte die Polizei mitgeteilt, man rechne nicht mehr damit, dass Elias noch lebe .

Nach dem Geständnis des 32-Jährigen hat die Polizei inzwischen mit Grabungen in einer Kleingartenkolonie im brandenburgischen Luckenwalde begonnen. Offenbar wird dort die Leiche von Elias vermutet.

ulz/sms/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.