Ermittlungen in Berlin Mutmaßlicher DHL-Erpresser gestorben – Todesursache unklar

Ein 36-Jähriger soll den Paketdienstleister DHL mit Paketbomben erpresst haben. Nun ist der Verdächtige tot. Die Staatsanwaltschaft Berlin untersucht, wie es dazu kommen konnte.
DHL-Pakete

DHL-Pakete

Foto: Monika Skolimowska / dpa

Der mutmaßliche Erpresser des Paketdienstleisters DHL ist tot. Der 36-Jährige sei am 9. April gestorben, bestätigte der Sprecher der Potsdamer Staatsanwaltschaft, Sebastian Thiele, auf Anfrage. Zuerst hatte die »Bild«  darüber berichtet.

Die Todesursache sei unklar, heißt es. Das Todesermittlungsverfahren werde nun von der Staatsanwaltschaft Berlin geführt. Das Verfahren gegen den Mann wurde eingestellt.

Mann nicht in Untersuchungshaft

Der Anklage der Staatsanwaltschaft zufolge soll der Mann zwischen September 2017 und Januar 2018 in Brandenburg und Berlin drei Paketbomben mit Drohschreiben und in fünf weiteren Fällen Erpresserschreiben verschickt haben. Er hatte sich Ende Mai vergangenen Jahres bei der Staatsanwaltschaft selbst gestellt.

Der daraufhin erlassene Haftbefehl sei aber unter strengen Auflagen, an die sich der Beschuldigte gehalten habe, außer Vollzug gesetzt worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Paketbombe in Apotheke

Am 1. Dezember 2017 war in einer Apotheke am Rande des Potsdamer Weihnachtsmarkts eine Paketbombe entdeckt worden, in der sich eine Sprengvorrichtung und Nägel sowie ein Schreiben befanden. Darin wurde von DHL eine Zahlung mit der Kryptowährung Bitcoin gefordert, die in Euro einer Millionensumme entsprochen hätte. Verletzt wurde niemand.

Bereits Anfang November 2017 war eine explosive Sendung im Postzentrum Frankfurt (Oder) eingegangen. Und im Januar 2018 war ein Brief mit einer Spreng- und Brandvorrichtung in einer Commerzbank in Berlin Steglitz aufgetaucht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte es sich dabei um eine Attrappe gehandelt.

ptz/dpa
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