Berlin-Neukölln Polizei durchsucht Villa des Remmo-Clans – Bezirk errichtet Zaun

Die Berliner Polizei ist mit einem Großaufgebot zu einem beschlagnahmten Anwesen der Großfamilie Remmo angerückt. Bei dem Einsatz geht es auch um einen ungewöhnlichen Bauauftrag.
Denkmalgeschützte Villa im Ortsteil Alt-Buckow (Archivbild): Großeinsatz der Polizei

Denkmalgeschützte Villa im Ortsteil Alt-Buckow (Archivbild): Großeinsatz der Polizei

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Olaf Wagner via www.imago-images / imago images

Die Polizei hat ein großes Wohnhaus des Remmo-Clans in Berlin, das 2018 vom Staat konfisziert wurde, durchsucht. Es gehe bei dem Einsatz um eine Bedrohung mit einer möglicherweise scharfen Schusswaffe innerhalb der Großfamilie im März, sagte eine Polizeisprecherin. Im Einsatz auf dem Grundstück im Bezirk Neukölln waren den Angaben zufolge 75 Polizisten.

Nach der Durchsuchung soll zudem mithilfe der Polizei eine Hälfte des Doppelgrundstücks der Großfamilie mit einem Zaun abgetrennt werden. Die Polizei unterstütze den Bezirk Neukölln bei diesem Vorhaben, sagte die Sprecherin.

2018 waren 77 Immobilien der arabischstämmigen Großfamilie vorläufig sichergestellt worden – darunter auch die denkmalgeschützte Villa, in der ein führendes Mitglied des Clans lebte, sowie die beiden zugehörigen Grundstücke. Diese wurden laut Gerichtsurteilen nicht mit legalem Geld gekauft und gehören seit Herbst 2020 endgültig der Stadt Berlin.

Die Villa soll laut »Tagesspiegel«  aber weiterhin von Familienmitgliedern genutzt werden, da es einen Mietvertrag innerhalb der Familie gegeben habe, der nach der Beschlagnahmung an den Bezirk fiel, aber weiter gelte. Das zweite Grundstück soll davon aber nicht erfasst sein, sodass der Bezirk es abtrennen und der Familie entziehen wolle.

»Das Bezirksamt sichert hier nur sein Grundstück, was unzulässigerweise von den benachbarten Mietern genutzt wird, aber nicht zur Mietsache gehört«, sagte Neuköllns Bürgermeister Martin Hikel (SPD) dem »Tagesspiegel«. »Das würde jeder andere Vermieter auch so machen.«

Mitglieder des Remmo-Clans, in anderer Schreibweise Rammo, werden für erhebliche Straftaten verantwortlich gemacht: etwa für den Goldmünzen-Diebstahl aus dem Berliner Bode-Museum 2017 und den Juwelendiebstahl aus dem Historischen Grünen Gewölbe in Dresden 2019.

wit/dpa
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