Berlin-Neukölln Bezirksamt kündigt Remmo-Clan den Mietvertrag

Der Remmo-Clan muss seine Villa in Berlin-Neukölln voraussichtlich verlassen. Laut Bezirksamt gab es »Verstöße gegen das Vertrags- und Vertrauensverhältnis«. Die Familie will sich rechtlich wehren.
Vor die Tür gesetzt: Mitglieder des Remmo-Clans dürfen diese Villa nicht weiter bewohnen

Vor die Tür gesetzt: Mitglieder des Remmo-Clans dürfen diese Villa nicht weiter bewohnen

Foto:

Olaf Wagner via www.imago-images / imago images

Das Bezirksamt Neukölln hat dem Remmo-Clan den Mietvertrag für eine Villa im Ortsteil Alt-Buckow gekündigt. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend, darunter die »Welt«  und der »Tagesspiegel« . Hintergrund soll ein gefälschter Mietvertrag sein.

Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) sagte den Berichten zufolge: »Ich habe entschieden, der Mietpartei fristlos zu kündigen.« Grund dafür seien »schwerwiegende Verstöße gegen das Vertrags- und Vertrauensverhältnis gegenüber dem Bezirksamt«.

2018 waren 77 Immobilien der arabischstämmigen Großfamilie vorläufig sichergestellt worden – darunter auch die denkmalgeschützte Villa, in der ein führendes Mitglied der Familie lebte, sowie die beiden zugehörigen Grundstücke. Diese wurden laut Gerichtsurteilen nicht mit legal erwirtschaftetem Geld gekauft und gehören seit Herbst 2020 endgültig der Stadt Berlin.

»Wer betrügt, muss auch mit rechtlichen Konsequenzen rechnen, so einfach ist das.«

Bezirksbürgermeister Martin Hikel

Die Villa durfte Berichten zufolge aber zunächst weiter von den Remmos genutzt werden, da sie einen Mietvertrag innerhalb der Familie vorgelegt hatten, der zwar an den Bezirk fiel, aber weiter gelte. Die Remmos hätten jedoch auch das angrenzende Grundstück, das davon nicht erfasst sei, weitergenutzt. Deshalb hatte der Bezirk vor rund einem Monat einen Zaun zwischen den beiden Hälften des Doppelgrundstücks errichten lassen.

Bezirksbürgermeister Hikel wirft laut »Tagesspiegel« nun der Mutter der in Alt-Buckow residierenden Kernfamilie vor, »einen gefälschten Mietvertrag« vorgelegt zu haben, »um eine in Wahrheit nicht bestehende Rechtsposition« beim Gartengrundstück neben der Villa zu belegen.

»Die Regeln unseres Rechtsstaats sind klar, und sie gelten für alle. Wer betrügt, muss auch mit rechtlichen Konsequenzen rechnen, so einfach ist das«, sagte der SPD-Politiker.

Familie will gegen Kündigung vorgehen

In dem Kündigungsschreiben, das unter anderem ein Redakteur des »Tagesspiegel« auf Twitter veröffentlichte, heißt es, Hikel sei angesichts des angespannten Wohnungsmarkts bereit, der Familie Räumungsaufschub bis Ende Oktober zu gewähren. Bei erneuten Vorfällen werde man jedoch Räumungsklage erheben.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Ein Mitglied der Remmo-Familie kündigte laut »Tagesspiegel« und »Bild«-Zeitung  auf Instagram an, rechtlich gegen die Kündigung vorzugehen. Der Mann warf Hikel demnach Rassismus und Wahlkampftaktik vor.

Mitglieder der Großfamilie Remmo, in anderer Schreibweise Rammo, werden für erhebliche Straftaten verantwortlich gemacht: etwa für den Goldmünzen-Diebstahl aus dem Berliner Bode-Museum 2017 und den Juwelendiebstahl aus dem Historischen Grünen Gewölbe in Dresden 2019.

bbr
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.