Nach Schlägerei in Berliner Freibad Polizei patrouilliert im Columbiabad – Sicherheitskräfte werden verstärkt

Nach einer gewaltsamen Auseinandersetzung mit elf Verletzten im Columbiabad in Berlin-Neukölln hat die Polizei eine mobile Wache stationiert. Auch das Bad selbst erhöht die Sicherheitsvorkehrungen.
Eingang des Sommerfreibads am Columbiadamm in Berlin-Neukölln (2015)

Eingang des Sommerfreibads am Columbiadamm in Berlin-Neukölln (2015)

Foto: Paul Zinken / picture alliance / dpa

Die Polizei hat vor dem Berliner Columbiabad eine mobile Wache eingerichtet, nachdem es dort am Dienstagabend zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Sicherheitspersonal und Badegästen gekommen war. Auch im Bad selbst seien Beamte im Einsatz, teilweise in zivil, wie eine Pressesprecherin dem SPIEGEL sagte. Man wolle vor Ort sein, falls es erneut zu einem Vorfall käme und auch direkt Anzeigen entgegennehmen, so die Sprecherin.

Bei der Auseinandersetzung waren elf Menschen verletzt worden. Mitglieder einer zwölfköpfigen Gruppe sollen Zeugenaussagen zufolge gezielt auf das Sicherheitspersonal des Bads losgegangen sein und dabei mehrfach Reizgas versprüht haben. Alle Tatverdächtigen hätten außerdem Schlagwerkzeuge mit sich geführt.

»Die Auseinandersetzungen im Sommerbad Neukölln haben ein Ausmaß erreicht, wie wir es bisher nicht kannten.«

Johannes Kleinsorg, Vorstandsvorsitzender der Berliner Bäder-Betriebe

»Die Auseinandersetzungen im Sommerbad Neukölln haben ein Ausmaß erreicht, wie wir es bisher nicht kannten«, sagte Johannes Kleinsorg, Vorstandsvorsitzender der Berliner Bäder-Betriebe. Man freue sich über die Absicherung des Freibads durch die Polizei. »Darüber hinaus werden die Berliner Bäder-Betriebe den Einsatz der Fachkräfte für Sicherheit an den Freibädern noch einmal verstärken«, so Kleinsorg.

Berüchtigtstes Freibad der Stadt

Das Berliner Sommerbad Neukölln galt lange als berüchtigtstes Freibad der Hauptstadt. Handgemenge, Messerstechereien und Drohungen gehörten zeitweise zur Tagesordnung. Zuletzt schien sich die Lage in dem Schwimmbad deutlich verbessert zu haben. Doch nun mehren sich wieder Berichte von körperlichen Auseinandersetzungen.

Zunächst war Ende Juni im Columbiabad ein Streit eskaliert. Polizisten waren von rund 250 Personen bedrängt worden. Während des Vorfalls am Dienstagabend mussten nun drei Sicherheitsmitarbeiter in den Aussichtsturm des Freibads flüchten und sich dort einschließen. Daraufhin versuchte die Gruppe den Angaben zufolge vergeblich, diese Tür einzuschlagen.

Bei Eintreffen der Polizei flüchteten alle Mitglieder der Angreifergruppe in verschiedene Richtungen. Die Beamten fanden jedoch drei der Tatverdächtigen – 19, 23 und 24 Jahre alt – vor dem Bad in einem Auto sitzend und nahmen sie fest. Die Einsatzkräfte entdeckten außerdem unter dem Beifahrersitz einen Schlagstock, im Kofferraum einen Baseballschläger sowie bei dem 23-jährigen Fahrer ein Messer. Alle Gegenstände wurden beschlagnahmt.

Die drei Männer wurden in Polizeigewahrsam gebracht und dort erkennungsdienstlich behandelt, jedoch anschließend wieder entlassen. Die Ermittlungen wegen besonders schweren Landfriedensbruchs dauerten an.

lmd
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.