Großeinsatz der Polizei Razzien im Clanmilieu – Verdächtige wollten offenbar Immobilie ergaunern

In mehreren Städten geht die Polizei mit einem Großaufgebot gegen kriminelle Banden vor. Nach Informationen von SPIEGEL TV soll es sich um einen mutmaßlichen Immobilienbetrug in Millionenhöhe handeln.
Berliner Polizisten (Archivbild)

Berliner Polizisten (Archivbild)

Foto: Christoph Soeder / dpa / picture alliance

Der Großeinsatz der Polizei gegen organisierte Banden in Norddeutschland und Berlin hat nach Informationen von SPIEGEL TV mit einem kriminellen Immobiliengeschäft zu tun. Den Tatverdächtigen soll es gelungen sein, sich mittels gefälschter Unterlagen und Dokumente als Eigentümer eines Anwesens im Grundbuch eintragen zu lassen.

Die Verdächtigen beabsichtigten offenbar, die Immobilie im Wert von etwa drei Millionen Euro weiterzuverkaufen. Der mutmaßliche Betrug flog auf, weil die rechtmäßigen Eigentümer von dem Manöver erfuhren und die Polizei einschalteten.

»Gewaltinkasso«, Betrugstaten, Drogendelikte

Am frühen Morgen waren in Berlin, Brandenburg und Hamburg etwa 500 Beamte zu einem Großeinsatz ausgerückt. Bei den insgesamt 33 Durchsuchungen sollten Beweisstücke und Vermögenswerte gesichert werden. Außerdem wurden drei Verdächtige verhaftet.

Zwei von ihnen gehören einer bekannten arabischstämmigen Berliner Großfamilie an, wie die Staatsanwaltschaft in Berlin mitteilte. Nach Informationen von SPIEGEL TV geht es um Mitglieder des sogenannten Abou-Chaker-Clans. Die Ermittler durchsuchten zudem die Wohnung eines Rockers der Hells Angels.

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Der Staatsanwaltschaft zufolge wird bereits seit einem Jahr gegen 36 Verdächtige verschiedener Nationalitäten wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt. Den Verdächtigen, zu denen auch Rocker gehören, sollen durch »Gewaltinkasso«, Betrugstaten und Drogendelikte erhebliche Vermögenswerte kassiert haben.

Der Vorwurf Bildung einer kriminellen Vereinigung ist eher neu im Zusammenhang mit dem Vorgehen gegen kriminelle Clanmitglieder. Der entsprechende Paragraf 129 definiert eine kriminelle Vereinigung als einen Zusammenschluss von mehr als zwei Menschen zur Verfolgung eines übergeordneten gemeinsamen Interesses.

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Insgesamt waren seit 6 Uhr etwa 500 Beamte der Landes- und Bundespolizei im Einsatz, darunter Spezialeinsatzkommandos und die GSG 9 der Bundespolizei. »Wir kämpfen gegen Paralleljustiz und organisierte Kriminalität«, twitterte die Staatsanwaltschaft.

Organisierte Kriminalität ist seit Längerem in Berlin und in anderen Bundesländern ein Thema. Ende September gab es Durchsuchungen wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und Geldwäsche bei Managerhonoraren in der Rapperszene. Vermögen in Höhe von mehreren Millionen Euro wurde vorläufig sichergestellt.

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Im November fasste die Polizei drei Verdächtige aus einer anderen Großfamilie im Zusammenhang mit dem spektakulären Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden. Zwei weitere mutmaßliche Täter entkamen. Zuvor hatten Anfang November gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Clanmitgliedern und Tschetschenen Schlagzeilen gemacht.

Mit Material von dpa
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