Schlag gegen Bande Deutsche und ungarische Ermittler nehmen mutmaßliche Frauenhändler in Berlin fest

Die Verdächtigen sollen Frauen aus schwierigen Verhältnissen nach Berlin gelockt haben, dort mussten sie als Prostituierte arbeiten: Nun konnten ungarische und deutsche Ermittler die mutmaßlichen Bosse der Bande festnehmen.
Sitz von Europol in Den Haag

Sitz von Europol in Den Haag

Foto: Jerry Lampen / dpa

Sie sollen junge Frauen aus Ungarn ausgebeutet und zur Prostitution gezwungen haben: Deutsche und ungarische Ermittler haben nach Angaben von  Europol die mutmaßlichen Bosse einer ungarischen Bande von Frauenhändlern festgenommen. An der von Europol unterstützten Aktion waren das Berliner Landeskriminalamt und die ungarische Kriminalpolizei beteiligt.

Die Ermittler haben bereits in der vergangenen Woche in Berlin und Ungarn zugegriffen. Drei Personen wurden den Angaben zufolge festgenommen, darunter ein ungarisches Paar in Berlin – die mutmaßlichen Köpfe der Bande. Dort seien auch zwei Wohnungen durchsucht und ein Auto und elektronische Apparate beschlagnahmt worden. Angaben zur Zahl möglicher Opfer machte die Polizeibehörde nicht.

Eine Sprecherin der Berliner Polizei sagte, in die Amtshilfe für die ungarischen Kollegen seien die Staatsanwaltschaften Berlin und Potsdam eingebunden. Nähere Angaben zu dem Fall könne sie nicht machen, um den Erfolg der laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden.

Die Bande war nach Angaben der EU-Polizeibehörde Europol seit dem Jahr 2017 aktiv. Die Verdächtigen hätten junge ungarische Frauen aus schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen mit dem Versprechen einer lukrativen Arbeit nach Berlin gelockt. Dort hätten sie aber in der Prostitution arbeiten müssen.

Die Mädchen mussten demnach an bestimmten Straßen in Berlin arbeiten, die von der Bande kontrolliert wurden. Sie seien gezwungen worden, ihre Einkünfte abzugeben und hätten pro Tag mindestens zwischen 150 und 300 Euro verdienen müssen, teilte Europol mit. Wenn sie das nicht taten, seien sie psychisch und körperlich misshandelt worden.

Eine Frau sei bei einem Fluchtversuch aus dem Fenster gesprungen. Sie habe sich dabei so schwer verletzt, dass sie neun Monate lang in einem Krankenhaus behandelt werden musste.

kha/dpa
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