Anklage wegen Gehorsamsverweigerung Soldatin soll als DJ gearbeitet haben – trotz Verbot und Krankschreibung

Zehnmal sei ihr befohlen worden, damit aufzuhören: Eine Soldatin soll regelmäßig als DJ in Klubs aufgetreten sein. Nun ist die 27-Jährige nach dem Wehrstrafgesetz angeklagt.
Symboldbild Bundeswehr: Auftritte als Anastasia Rose

Symboldbild Bundeswehr: Auftritte als Anastasia Rose

Foto: Christoph Hardt / Future Image / IMAGO

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat am Amtsgericht Tiergarten Anklage gegen eine 27-jährige Berufssoldatin wegen Gehorsamsverweigerung erhoben, weil sie als DJ im Nachtleben tätig gewesen sein soll. Konkret wird der Beschuldigten mit dem Dienstgrad Oberfeldwebel vorgeworfen, als DJ gearbeitet zu haben, obwohl sie krankgeschrieben und ihr eine Nebentätigkeit verboten worden war, wie die Anklagebehörde mitteilte.

23 Auftritte vorgeworfen

Die Soldatin war den Angaben zufolge als Krankenpflegerin im Bundeswehrkrankenhaus Berlin eingesetzt, aber seit Anfang April 2021 krankheitsbedingt nicht mehr im Dienst. Dies soll sie, so die Anklage, aber nicht davon abgehalten haben, unter dem Künstlernamen Anastasia Rose aufzutreten, Merchandiseartikel wie Parfüm und Bekleidung zu vertreiben und regelmäßig neue Musikvideos für die Internetplattform twitch.tv zu produzieren.

Seit dem 20. Juli 2021 sei ihr in der Bundeswehr zehnmal der ausdrückliche Befehl durch den ihr dienstvorgesetzten Hauptmann erteilt worden, die nicht genehmigte Nebentätigkeit einzustellen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Trotzdem soll sie zwischen dem 7. August 2021 und dem 8. Juni 2022 insgesamt 23-mal – teils live, teils im Livestream – aufgetreten sein.

Für Gehorsamsverweigerung droht nach dem Wehrstrafgesetz eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.

apr
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