Drei Jahre nach Unfall in Berlin Tödlicher Crash mit Streifenwagen – Polizist zu Bewährungsstrafe verurteilt

Im Januar 2018 kam eine 21-jährige Frau in Berlin ums Leben, nachdem sie in ihrem Kleinwagen von einem zu schnellen Polizeiauto gerammt wurde. Nun ist in dem Fall ein Urteil gesprochen worden.
Ein Feuerwehrmann steht im Januar 2018 in Berlin am Unfallort

Ein Feuerwehrmann steht im Januar 2018 in Berlin am Unfallort

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Knapp drei Jahre nach dem tödlichen Zusammenstoß eines Funkstreifenwagens mit dem Auto einer jungen Frau in Berlin ist ein Polizist zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten sprach den 53-jährigen Polizeihauptkommissar der fahrlässigen Tötung schuldig und verhängte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten auf Bewährung.

Die junge Frau, die in der Nähe des Alexanderplatzes gerade einparken wollte, wurde im Januar 2018 in ihrem kleinen Auto von dem Polizeiwagen gerammt. Die 21-Jährige starb noch an der Unfallstelle. Einem Gutachten zufolge war der Beamte deutlich zu schnell unterwegs – mit 134 Kilometern pro Stunde. Beim Aufprall auf den Kleinwagen der Frau soll das Polizeifahrzeug demnach noch 90 Kilometer pro Stunde schnell gewesen sein.

Der Beamte, der am Steuer gesessen hatte, schwieg in dem Prozess. Die tödliche Kollision hatte große Aufmerksamkeit erregt. Erst Monate nach Ermittlungsbeginn war bekannt geworden, dass eine im Krankenhaus genommene Blutprobe des Fahrers Alkohol enthalten haben soll. Es kam der Verdacht auf, dass dies vertuscht werden sollte.

Die von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmte Patientenakte des Polizisten durfte jedoch nicht als Beweismittel verwendet werden. Deshalb ging es im Prozess nicht um Gefährdung des Straßenverkehrs durch Alkohol. Die Eltern der getöteten Frau, die den Prozess als Nebenkläger verfolgten, hatten eine Freiheitsstrafe von vier Jahren verlangt. Sie hielten am Vorwurf fest, dass der Beamte alkoholisiert gewesen sei.

bam/dpa
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