Berlin Unbekannte beschmieren Gräber von Polizisten mit Hakenkreuzen

Umgestoßene Grabsteine, rausgerissene Blumen und Schmierereien: In Berlin sind die Gräber von zwei Polizisten verwüstet worden. Wegen eines möglicherweise politischen Motivs ermittelt der Staatsschutz.

Mit Folie abgedeckter Grabstein eines im Dienst getöteten Polizisten in Berlin
DPA

Mit Folie abgedeckter Grabstein eines im Dienst getöteten Polizisten in Berlin


Die Grabsteine von zwei im Dienst getöteten Polizisten in Berlin sind mit Hakenkreuzen beschmiert worden. Die Täter kamen in der Nacht, stießen einen Grabstein um und rissen Blumen und Pflanzen heraus. Das teilte die Polizei mit.

Demnach ermittele der Staatsschutz, ein politischer Hintergrund sei nicht auszuschließen. Politiker und die Gewerkschaft der Polizei Berlin (GdP) verurteilten die Schmierereien.

Der Elitepolizist Roland Krüger war 2003 gestorben, nachdem er gemeinsam mit Kollegen eine Wohnung gestürmt hatte. Ein gesuchter Straftäter hatte dem Polizeikommissar in den Kopf geschossen.

Im März 2006 war der Polizist Uwe Lieschied erschossen worden, als er einen Räuber stoppen wollte. Der Täter wurde 2007 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Schon 2016 war eine Gedenktafel für Lieschied am Tatort durch einen Brandanschlag beschädigt worden. Damals gab es auf einem Internetportal der linksextremen Szene ein Bekennerschreiben.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) schrieb auf Twitter: "Die zwei ermordeten Beamten haben für uns ihren Kopf hingehalten, damit wir friedlich und sicher leben können." Es zeuge von entsetzlicher "Menschenverachtung", deren Gräber so widerlich zu besudeln.

Auch Innensenator Andreas Geisel (SPD) äußerte sich zu der Tat. "Ihre Gräber zu verwüsten und mit Hakenkreuzen zu beschmieren ist eine niederträchtige Tat", sagte er.

cop/AFP/dpa

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