Berlin Unbekannte zünden Brandsatz in Gedenkstätte

Auf die Neue Wache in Berlin - Mahnmal für die Opfer des Faschismus - ist ein Brandanschlag verübt worden. Die Polizei schließt einen rechtsextremistischen Hintergrund nicht aus.

Berlin - Wie die Berliner Polizei mitteilte, wurden heute Morgen Reste eines ausgebrannten Brandsatzes aus Altpapier und einem Brandbeschleuniger am Mittelgang des Gebäudes entdeckt. Der Staatsschutz ist bereits in die Ermittlungen eingeschaltet. Zwar sei der materielle Schaden gering. Allerdings gehe es hier auch um den symbolischen Schaden an der Neuen Wache, sagte ein Polizeisprecher.

Die Neue Wache wurde 1816 bis 1818 von Karl Friedrich Schinkel erbaut und liegt im Zentrum der Stadt an der Straße Unter den Linden. 1960 wurde die Wache zum Mahnmal für die Opfer des Faschismus, 1993 zur Zentralen Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland erklärt. In ihrem Innern befindet sich die Skulptur einer trauernden Mutter der Künstlerin Käthe Kollwitz.

Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) sprach bei einer Besichtigung des Tatorts von einem "Akt des Vandalismus". Ein Polizeisprecher schloss einen Zusammenhang mit den seit Wochen in der Hauptstadt registrierten Davidstern-Schmierereien nicht aus. Vor einer Woche waren sechs gelbe Davidsterne am Holocaust-Mahnmal in Berlin entdeckt worden. Die Ermittler vermuten, dass die Täter aus der rechtsextremen Szene kommen.

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