Kampf gegen Clan-Kriminalität Gericht ordnet Einziehung von Rammo-Villa an

Zwei Immobilien des Rammo-Clans werden eingezogen. Sie seien mit Straftaten finanziert worden, teilt das Berliner Landgericht mit. "Das ist eine Erpressung vom Staat", sagt das Familienoberhaupt zu SPIEGEL TV.
Clan-Boss Issa Rammo im Gespräch mit SPIEGEL TV (Archiv)

Clan-Boss Issa Rammo im Gespräch mit SPIEGEL TV (Archiv)

Foto: SPIEGEL TV

Das Landgericht Berlin hat eine Villa und ein weiteres Grundstück aus dem Besitz des berüchtigten Rammo-Clans eingezogen. Nach Informationen von SPIEGEL TV ist einer der Söhne von Clan-Boss Issa Rammo der bisherige Eigentümer der Immobilien. Der 26-jährige Jusuf Rammo verbüßt zurzeit eine Freiheitsstrafe.

Die Berliner Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt (LKA) hatten die beiden Immobilien bereits 2018 beschlagnahmt. In der groß angelegten Aktion wurden damals insgesamt 77 Immobilien im Wert von circa zehn Millionen Euro beschlagnahmt, die der arabischen Großfamilie zugerechnet werden. Die Ermittler gingen davon aus, sie seien mit Geld aus Straftaten gekauft worden.

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In der Mitteilung des Gerichts  heißt es nun, eine Geldwäsche habe die Staatsanwaltschaft nicht nachweisen können. Das Gericht ist demnach trotzdem überzeugt, dass die Immobilien mit Geldern bezahlt wurden, die illegal erwirtschaftet wurden.

Nach Informationen von SPIEGEL TV kaufte der zweitälteste Sohn der Familie die sanierungsbedürftige Villa 2012 für 200.000 Euro vom Land Berlin. Damals hatte er gerade erst für ein paar Monate einen Imbiss betrieben. Es liege ein "grobes Missverhältnis zwischen dem Wert des Gegenstands und den rechtmäßigen Einkünften" vor, heißt es in der Gerichtsmitteilung. Man habe dafür Kontoauszüge, Steuerbescheide, Darlehensvereinbarungen und andere Dokumente geprüft.

Clan-Boss Issa Rammo hat kein Verständnis für das Vorgehen. "Das ist eine Erpressung vom Staat. Mein Sohn hat das nicht mit schmutzigem Geld gekauft. Das können wir alles schwarz auf weiß zeigen", sagte er zu SPIEGEL TV.

Sein Sohn hat gegen den Beschluss des Gerichts sofortige Beschwerde eingelegt. Nun muss das Kammergericht in der Sache entscheiden.

SPIEGEL TV

Auf das Konto von Mitgliedern der libanesischen Familie Rammo, in anderer Schreibweise Remmo, sollen spektakuläre Verbrechen gehen  - so etwa der Überfall auf eine Berliner Sparkasse 2014 mit einer Beute von fast zehn Millionen Euro. Auch der Diebstahl einer 100 Kilogramm schweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum wird dem Clan zugeschrieben.