Berlin Vorwurf des sexuellen Missbrauchs - YouTuber vor Gericht

In Berlin steht ein YouTuber vor Gericht, weil er sich an drei Minderjährigen sexuell vergangen haben soll. Laut der Anklage lockte er die Mädchen unter einem Vorwand in sein Auto.

Leere Anklagebank in einem Saal des Kriminalgerichts Moabit. Dort muss sich ein YouTuber aus Berlin verantworten.
Paul Zinken/ DPA

Leere Anklagebank in einem Saal des Kriminalgerichts Moabit. Dort muss sich ein YouTuber aus Berlin verantworten.


Fünf Monate nach seiner Festnahme muss sich ein YouTuber aus Berlin vor dem Landgericht verantworten. Er soll drei minderjährige Mädchen in eine Falle gelockt und sexuell missbraucht haben.

Die zuständige Jugendstrafkammer schloss noch vor Verlesung der Anklage die Öffentlichkeit aus. Es gehe um den Schutz der Privatsphäre der jugendlichen Geschädigten, teilte das Gericht mit. Dem 25-jährigen Mann werden sexuelle Nötigung, Vergewaltigung, sexueller Missbrauch von Kindern, Freiheitsberaubung und Körperverletzung vorgeworfen.

Der Angeklagte soll drei damals 13, 14 und 16 Jahre alte Mädchen jeweils unter dem Vorwand, mit ihnen ein Video für einen seiner Social-Media-Kanäle drehen zu wollen, in sein Auto gelockt haben. Ermittlungen zufolge sei er mit ihnen zu entlegenen Parkplätzen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen gefahren.

Zuvor habe er den jeweiligen Wagen mit einer Matratze präpariert. Im Fahrzeug sei es zu Übergriffen gekommen. Fünf Fälle in der Zeit von Februar bis Juni 2019 werden dem 25-Jährigen vorgeworfen.

Angeklagter befindet sich seit Mitte August in Untersuchungshaft

Der Angeklagte war im Juni 2019 festgenommen worden. Unter der Auflage, sich aus sozialen Medien fernzuhalten, kam er etwa einen Monat später wieder frei. Weil er gegen die Auflage verstoßen habe, sei der Haftverschonungsbeschluss jedoch aufgehoben worden, so das Gericht. Seit Mitte August befinde sich der Mann wieder in Untersuchungshaft.

Vor seiner ersten Inhaftierung soll der Mann die Vorwürfe als falsch bezeichnet haben. Gegenüber den Ermittlern habe er keine Angaben gemacht, hieß es am Rand des Prozesses. Zu Beginn der Verhandlung hinter verschlossenen Türen habe er über seinen Verteidiger eine Erklärung abgegeben.

Über den Inhalt ist bislang nichts bekannt. Eine der Geschädigten sei am ersten Prozesstag als Zeugin befragt worden. Für die Verhandlung sind sieben weitere Tage bis zum 20. Dezember vorgesehen. Das Urteil werde öffentlich sein, teilte das Gericht mit.

sen/dpa

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