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03. April 2012, 13:42 Uhr

Berliner Autozündler

Brandstifter muss für sieben Jahre ins Gefängnis

Er zündete aus Sozialneid vorwiegend teure Autos in der Hauptstadt an: Ein Brandstifter ist zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Berlin sprach den 28-Jährigen in mehr als hundert Fällen schuldig.

Berlin - Er zerstörte 102 Autos, verursachte Schäden in Millionenhöhe und gefährdete Menschenleben: Wegen einer Serie von Brandanschlägen ist ein 28-Jähriger vom Landgericht Berlin zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Der Verteidiger des damals arbeitslosen Mannes hatte auf "eine gerechte Strafe" plädiert.

Die Staatsanwaltschaft hatte acht Jahre Gefängnis gefordert. Aus übersteigerter Geltungssucht habe der 28-Jährige ganz Berlin in Angst versetzt, sagte die Anklage in ihrem Plädoyer. Die Taten seien in hohem Maße sozialschädlich gewesen. Erheblich strafmildernd wertete die Anklage, dass der Angeklagte Reue gezeigt und die Brandstiftungen gestanden hatte.

Zu seinem Motiv hatte der Angeklagte im Prozess gesagt: "Reiche Leute, die mehr Geld haben, sollten sich auch mal ärgern." Er sei frustriert über seine eigene Lebenssituation und neidisch gewesen. Der 28-Jährige bat Betroffene, aber auch die Öffentlichkeit "nachhaltig und ernsthaft um Vergebung".

Der Anklage zufolge waren durch die Taten des Mannes auch Menschenleben gefährdet, da die Flammen drohten, auf benachbarte Wohnhäuser überzugreifen. In einem Fall soll dadurch der Dachstuhl eines Einfamilienhauses abgebrannt sein. In einem weiteren Fall musste eine Seniorenresidenz in Charlottenburg geräumt werden, weil das Feuer eines brennenden Autos das Gebäude bedrohte.

Ein politisches Motiv schloss die Strafkammer aus. Arbeitlos, verschuldet und ohne Freundin kamen dem Mann die Autos zum Frustabbau gerade recht, erklärte das Gericht. "Es ging ihm aber auch um Rekorde und Publicity", sagte die Richterin.

Laut Polizei brannten in Berlin im vergangenen Jahr mehr als 700 Autos. Ein Teil der Taten wird linksextremen Kreisen zugerechnet. Viele Brandstiftungen sollen auch Trittbrettfahrer und Versicherungsbetrüger verübt haben. Durch den Schutz der Dunkelheit waren die Täter schwer zu fassen. So wurde auch der 28-Jährige durch Zufall gestellt, mit Hilfe von Videoaufzeichnungen aus der U-Bahn. Ein Gutachter bescheinigte dem Berliner eine volle Schuldfähigkeit. Der junge Mann habe Macht gespürt und die Brände als Erfolgserlebnis verbucht.

wit/dpa/dapd

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