Berliner Bluttat
"Eigentlich ein ganz netter Junge"
Wer macht so etwas? Sich ins Gedränge begeben und wahllos auf unschuldige Menschen einstechen, 28 verletzen, sechs davon schwer. Eigentlich ein netter, liebenswürdiger Junge. So zumindest beschreiben seine Verwandten den mutmaßlichen Täter, einen 16-Jährigen aus Neukölln.
Berlin/Hamburg Ein Bruder des Amokläufers von Berlin hat den 16- Jährigen als liebenswürdigen Menschen beschrieben. Irgendetwas muss gewesen sein, dass er nicht mehr wusste, war er macht, sagte ein älterer Bruder des mutmaßlichen Täters in der "Abendschau" des rbb- Fernsehens. Der 16-Jährige schreibe Gedichte für seine Freundin, sei lieb zu seinem Neffen und zu seinen kleinen Geschwistern.
Laut "Tagesspiegel" soll der 16-Jährige nach Aussagen seiner Cousine ein "eigentlich ganz netter Junge" sein. Die Cousine wohnt mit ihren zwei kleinen Töchtern im selben Haus wie der mutmaßliche Täter in der Sonnenallee in Neukölln.
Sie könne nur vermuten, warum er durchgedreht sei. Vielleicht habe er die Trennung seiner Familie nicht verwunden, heißt es in dem Zeitungsbericht. Demzufolge hatte der 16-Jährige mit seinen Eltern und den sechs Geschwistern in Berlin-Lichterfelde gelebt. Vor zwei Jahren hätten sich die Eltern getrennt. Vier Geschwistern seien bei der Mutter geblieben, der Vater, der bei den Berliner Wasserbetrieben arbeite, sei mit dem 16-Jährigen und dessen 15-Jährigem Bruder nach Neukölln gezogen. Zur Mutter soll er kaum Kontakt haben.
Die Cousine berichtete dem "Tagesspiegel" weiter, dass der 16-Jährige oft auch zu Hause vor dem Computer abgehangen habe. Das Zimmer, das er sich mit seinem Bruder teile, "sah ziemlich chaotisch aus". Er habe zudem viele Gewalt-Computerspiele gespielt, auch oft die Schule - eine Hauptschule - geschwänzt. Bei der Polizei sei er wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung bekannt und habe oft mit seinen Kumpels abgehangen.
"Er war in einer Null-Bock-Stimmung und hat sich Sorgen gemacht, ob er einen Job bekommt", zitiert das Blatt seine Cousine. Nach der Schule habe er zur Bundeswehr gehen wollen. Wie sie dem "Tagesspiegel" berichtete, passe die Tat nicht zu ihm. Wenn seine vier Geschwister in Neukölln alle zwei Wochen zu Besuch in Neukölln gewesen seien, habe er sich "total lieb um sie gekümmert" und sei mit ihnen immer auf den Spielplatz gegangen.
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