Berliner Charité Verweste Leiche aus Klinik-Toilette wird obduziert

Ein Mensch stirbt auf einer Besuchertoilette der Berliner Charité - und die Leiche wird erst Tage später entdeckt. Eine Obduktion soll jetzt Klarheit bringen, woran der Mann starb.


Berlin - Die Pathologen sollen klären, wann und woran der junge Mann gestorben ist, der am Mittwoch auf einer Berliner Krankenhaustoilette gefunden worden war. Die Staatsanwaltschaft hat nun die Obduktion angeordnet.

Virchow-Klinikum in Berlin: Unklar ist, warum die Leiche so lange unentdeckt blieb
DPA

Virchow-Klinikum in Berlin: Unklar ist, warum die Leiche so lange unentdeckt blieb

Reinigungskräfte hatten den verwesenden Leichnam des Mannes in der öffentlich zugänglichen Besuchertoilette auf der Station 45 für Nierenheilkunde im Virchow-Klinikum der Charité entdeckt. Als er gefunden wurde, war er bereits mehrere Tage tot. Laut Polizei gab es keine Hinweise auf ein Verbrechen.

Einer Charité-Sprecherin zufolge war der 29-Jährige am Freitag vergangener Woche auf dem Klinikgelände gefunden und in "etwas agitiertem Zustand" in die Notaufnahme gebracht worden. Er sei ansprechbar und sein Kreislauf stabil gewesen. Eine Behandlung habe der Mann abgelehnt und schon nach etwa zehn Minuten die Notaufnahme wieder verlassen.

Krankenhauspersonal hatte dem vermutlich drogenabhängigen 29-Jährigen nach Angaben der Sprecherin bei seiner Ankunft in der Notaufnahme ein "Spritzenbesteck" abgenommen und dieses entsorgt. Nachdem der Mann die Notaufnahme auf eigenen Wunsch verlassen hatte, wurde keine polizeiliche Suche veranlasst. Eine akute Lebensgefahr sei zu jenem Zeitpunkt sicher auszuschließen gewesen, teilte die Klinik mit.

Die Mitarbeiter der in der Klinik tätigen privaten Reinigungsfirma kommen den Angaben zufolge täglich, betreten aber keine besetzten Toilettenräume.

In den vergangenen Jahren hatte es mehrere ähnlich mysteriöse Fälle gegeben. So wurde Ende Dezember in Weimar die Leiche einer 20-jährigen Psychiatriepatientin ebenfalls auf einer Kliniktoilette gefunden. Im August 2007 war im Keller der Berliner Charité eine verweste Leiche gefunden worden. Im Berliner Vivantes Klinikum Neukölln verschwand im Juni 2006 ein demenzkranker Patient und wurde erst rund eine Woche später tot in einem Technikraum entdeckt.

ler/AP/dpa



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