Berufsverbot Frankreich verbannt Magermodels vom Laufsteg

Sehr dünnen Models droht in Frankreich die Arbeitslosigkeit: Das Parlament hat ein Verbot abgemagerter Männer und Frauen auf Laufstegen beschlossen. Wer das Gesetz missachtet, kann nun im Gefängnis landen.
Berufsverbot: Frankreich verbannt Magermodels vom Laufsteg

Berufsverbot: Frankreich verbannt Magermodels vom Laufsteg

Foto: Michael Kappeler/ dpa

Frankreich verbannt ausgemergelte Models von den Laufstegen: Das Parlament in Paris hat endgültig ein Gesetz beschlossen, das gefährliches Untergewicht bei Mannequins verhindern soll. Um auf französischen Modeschauen oder bei Fotoshootings arbeiten zu können, brauchen Models künftig eine medizinische Bescheinigung, dass ihr Gesundheitszustand mit dem Beruf vereinbar ist.

Zentraler Faktor ist dabei der sogenannte Body-Mass-Index (BMI), der das Körpergewicht in Relation zur Größe eines Menschen stellt. Liegt der errechnete Wert unter 20 (Männer) oder 19 (Frauen), gehen Experten von Untergewicht aus. Wer Models in Frankreich künftig ohne Bescheinigung mit Angabe des BMI beschäftigt, dem drohen sechs Monate Gefängnis und 75.000 Euro Strafe.

Bereits im April hatte die Nationalversammlung in erster Lesung ein umstrittenes Verbot untergewichtiger Mannequins beschlossen. Das Unterfangen galt damals eigentlich als nicht besonders aussichtsreich, da den Senat die oppositionellen Konservativen dominieren. Die sahen das Berufsverbot für Magermodels kritisch und sprachen von Diskriminierung - nun hat das Gesetz dennoch die Kammer passiert.

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Die Abgeordneten hatten die neue Regel zuvor in den Gesetzentwurf zur Gesundheitsreform aufgenommen. Sie fürchten, dass extrem dünne Models ein falsches Körperbild vermitteln können. Das neue Gesundheitsgesetz sieht neben der Androhung von Haft- und Geldstrafen vor, dass digital bearbeitete Fotos von Models etwa in Werbeanzeigen künftig mit einem Hinweis versehen werden: Wenn dort nicht angegeben ist, dass das Bild digital verändert wurde, drohen Geldstrafen von bis zu 37.500 Euro.

Modelagenturen in Paris hatten in den vergangenen Monaten gegen das geplante Verbot mobil gemacht. Es sei falsch, die Krankheit Magersucht mit der Schlankheit von Models gleichzusetzen, hieß es.

mxw/dpa
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