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13. Juni 2019, 01:39 Uhr

Betrugsskandal an US-Unis

Erstes Urteil gefallen - Angeklagter entgeht Freiheitsstrafe

Ein Segellehrer an der renommierten Stanford-Universität in Kalifornien hat sich von reichen Eltern bestechen lassen. Eine Richterin verurteilte ihn nun unter anderem zu sechs Monaten Hausarrest.

Im Bestechungsskandal um Zulassungen an US-Eliteuniversitäten ist ein erster Angeklagter verurteilt worden - und einer Freiheitsstrafe entgangen. Eine Richterin verurteilte am Mittwoch John Vandemoer, einen früheren Segellehrer an der renommierten kalifornischen Universität Stanford: Sechs Monate Hausarrest, weitere eineinhalb Jahre Aufsicht durch die Justiz sowie 10.000 Dollar Geldstrafe. Die Staatsanwaltschaft hatte 13 Monate Haft gefordert.

Der 41-Jährige hatte sich schuldig bekannt, insgesamt 610.000 Dollar an Bestechungsgeldern angenommen zu haben. Im Gegenzug empfahl Vandemoer die Kinder reicher Eltern für die Segelteams der Stanford-Universität - und ermöglichte ihnen damit die Aufnahme an die Hochschule.

Der Bestechungsskandal war Mitte März bekannt geworden. Um ihre Kinder in Yale, Stanford oder Georgetown zu platzieren, sollen Dutzende Prominente und andere wohlhabende Eltern Mitarbeiter an Colleges und Universitäten in den USA bestochen haben. In einigen Fällen machten bezahlte Vertreter die Uni-Aufnahmeprüfungen für die Sprösslinge, in anderen wurden die Ergebnisse der Promi-Kinder geschönt. Manchmal wurden Sporttrainer und andere Mitarbeiter bestochen, um die Studenten als Athleten an den Unis unterzubringen.

Angeklagt sind rund 50 Beteiligte, unter ihnen Prominente wie die Schauspielerinnen Felicity Huffman ("Desperate Housewives") und Lori Loughlin ("Full House").

aar/AFP/Reuters

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