Betrugsvorwürfe Ermittlungen gegen Michael Jacksons Ex-Manager

Er soll Michael Jackson und einige deutsche Geschäftsleute um mehrere Millionen Euro betrogen haben: Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt nach SPIEGEL-Informationen gegen den Ex-Manager des Sängers, Dieter Wiesner. Er bestreitet die Vorwürfe.
Michael Jackson (Foto vom 21.11.2002): "Vertrauliche Abfindungsvereinbarung"

Michael Jackson (Foto vom 21.11.2002): "Vertrauliche Abfindungsvereinbarung"

Foto: DDP

Hamburg - Er war jahrelang Michael Jacksons Geschäftspartner, später sein Manager und Berater - nun ermittelt die Frankfurter Staatsanwaltschaft gegen Dieter Wiesner. Der Vorwurf: Betrug. Wiesner soll deutsche Geschäftsleute und den verstorbenen Popstar selbst um mehrere Millionen Euro betrogen haben.

Es geht um Lizenzrechte, die die mittlerweile insolvente Frankfurter Firma MJ Net Entertainment im Jahr 2000 von Michael Jackson erworben hatte. Wiesner machte diese Rechte 2005 in einem Prozess gegen den Musiker geltend, nachdem der ihn entlassen hatte. Zwei Jahre später erklärte sich Jackson in einer bisher in der Öffentlichkeit unbekannten "vertraulichen Abfindungsvereinbarung und beidseitigen Freistellung" bereit, seinem Ex-Manager Wiesner 3,48 Millionen Dollar zu zahlen.

Nun hat ein Ex-Aktionär die beiden ehemaligen Vorstände von MJ Net, Wiesner und Jürgen Bachus, wegen Betrugs angezeigt: Sie hätten die Rechte von MJ Net unrechtmäßig verwendet. Wiesner bestreitet dies. Bachus hatte im März 2010 bei Jacksons Nachlassverwaltern eine Forderung von fünf Millionen Dollar angemeldet.

Autopsiefotos von Jackson werden im Prozess gezeigt

Jackson und Wiesner, der damals Merchandising für Unternehmen wie Lufthansa, Mercedes und Red Bull machte, hatten sich 1994 kennengelernt. Wiesner wollte ihm eine neue Idee verkaufen: den "MJ Mystery Drink", ein Energiegetränk mit Pfirsichgeschmack. Der Kontakt wurde über die Jahre enger, 2002 wurde Wiesner Jacksons Manager. Als die Karriere des "King of Pop" zum Erliegen gekommen war und sich die unbezahlten Rechnungen häuften, begann der Streit ums Geld.

Jackson war am 25. Juni 2009 im Alter von 50 Jahren an einer Überdosis des Narkosemittels Propofol gestorben. Sein ehemaliger Leibarzt Conrad Murray muss sich wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten.

Im Prozess gegen Murray dürfen auch zwei Autopsiefotos des Sängers gezeigt werden. Richter Michael Pastor kam mit dieser Entscheidung am Donnerstag (Ortszeit) dem Antrag der Staatsanwaltschaft nach, berichtete der Internetdienst "Tmz.com". Die Fotos seien als Beweisstücke wichtig. Nach Pastors Einschätzung seien sie weder "grauenhaft" noch "aufhetzerisch".

Die Anklage darf der Jury auch Videoaufnahmen von Jacksons letzten Konzertproben kurz vor seinem Tod im Juni 2009 zeigen. Dies könnte die erwartete Aussage des Choreografen Kenny Ortega untermauern, dass der Sänger bis zuletzt engagiert auf der Bühne stand.

Murrays Verteidiger zeichneten in den vergangenen Monaten ein anderes Bild Jacksons. Nach ihrer Darstellung war dieser am Ende erschöpft, kraftlos und verzweifelt. Sie legten nahe, dass der Sänger möglicherweise selbst sein Leben beenden wollte.

siu/dpa

Mehr lesen über

Verwandte Artikel

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.