Hetzjagd auf Giuseppe M. Bewährungsstrafe für den U-Bahn-Schläger

Giuseppe M. rannte panisch vor einer Schlägerei in einem Berliner U-Bahnhof davon, wurde von einem Auto angefahren und starb. Nun verurteilte das Berliner Landgericht seinen Verfolger zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren.
U-Bahnschläger Baris M. (Archiv): Zwei Jahre Haft auf Bewährung

U-Bahnschläger Baris M. (Archiv): Zwei Jahre Haft auf Bewährung

Foto: dapd

Berlin - Ein halbes Jahr nach der tödlich verlaufenen Flucht eines jungen Berliners ist ein U-Bahn-Schläger zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Das Berliner Landgericht blieb damit weit unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die viereinhalb Jahre Gefängnis für den 21-jährigen Täter gefordert hatte. Das Urteil lautete auf Körperverletzung mit Todesfolge. Ein mitangeklagter Schläger bekam eine Bewährungsstrafe von vier Monaten.

Das Opfer Giuseppe M. war im September 2011 nach einer Schlägerei in einem U-Bahnhof auf die Straße und dann vor ein Auto gerannt. Der junge Berliner überlebte den Unfall nicht. Sein Tod löste eine Welle der Anteilnahme aus. Wochenlang wurden an der Unfallstelle Blumen niedergelegt, dem Trauerzug für den jungen Mann, der eine Ausbildung bei der Bundeswehr absolvieren wollte, folgten Hunderte. Zu Prozessbeginn bezeichnete der Staatsanwalt den Vorfall als "eine Tat ohne jeden nachvollziehbaren Anlass".

Im vergangenen Jahr ist es in Berlin immer wieder zu brutalen Angriffen auf Passanten in U-Bahnhöfen gekommen. Der Fall Giuseppe M. war jedoch der erste, der tödlich endete.

jbr/dpa
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