Polizeigewalt in den USA Beyoncé fordert Gerechtigkeit im Fall Breonna Taylor

Sanitäterin Breonna Taylor wurde im März in ihrem Haus von Polizisten erschossen. In diesem weiteren Fall eines tödlichen Polizeieinsatzes gegen Afroamerikaner hat sich Sängerin Beyoncé an die Ermittler gewandt.
Demonstranten in Louisville

Demonstranten in Louisville

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BRYAN WOOLSTON/ REUTERS

Die Anti-Rassismus-Proteste in Louisville im US-Bundesstaat Kentucky sind heftig. Nach dem gewaltsamen Tod George Floyds bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota brachen sie sich hier stärker Bahn als an vielen anderen Orten. Das liegt wohl auch daran, dass nur einige Wochen zuvor mit der 26-jährigen Sanitäterin Breonna Taylor in Louisville eine Afroamerikanerin von Polizisten erschossen worden war.

Im Zuge der Aufklärung dieses Todes hat US-Sängerin Beyoncé nun einen Brief an den Generalstaatsanwalt von Kentucky  öffentlich gemacht. In ihm verlangt sie von den Ermittlern, im Fall Breonna Taylor für Gerechtigkeit zu sorgen, es gehe letztlich um "den Wert des Lebens einer schwarzen Frau". Von Generalstaatsanwalt Daniel Cameron forderte sie, die drei Beamten anzuklagen, die an den Schüssen gegen Taylor beteiligt waren.

Beyoncé warnt vor "Muster des Nichthandelns"

Taylor war bei einer Durchsuchungsaktion ihres Hauses gestorben. Die drei weißen Polizisten hatten aufgrund einer Verwechselung gewaltsam das Haus gestürmt. Taylor und ihr Lebensgefährte waren davon im Schlaf überrascht worden. Der Mann, der einen Waffenschein besitzt, fühlte sich nach eigenen Angaben bedroht und eröffnete das Feuer auf die Beamten. Die schossen zurück - und töteten Breonna Taylor. Offen ist, ob die Polizisten vor der Erstürmung des Hauses anklopften oder nicht.

Seit Taylors Tod seien bereits drei Monate vergangen und die bisherigen Ermittlungen hätten den Fall nicht aufklären können, beklagt Beyoncé. Sie forderte daher Generalstaatsanwalt Cameron auf, sich zu Transparenz bei der Untersuchung und Verfolgung des Falls zu verpflichten. "Die nächsten Monate dürfen nicht so werden wie die vergangenen drei", schrieb die 38-Jährige. Und: Die "Praktiken, die zum wiederholten Tod unbewaffneter schwarzer Bürger führen", müssten untersucht werden. "Lassen Sie nicht zu, dass dieser Fall nach einer schrecklichen Tragödie in das Muster des Nichthandelns fällt."

apr
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