Bielefeld Sechs Streifenwagen vor Polizeiwache komplett ausgebrannt

War es Brandstiftung? Vor einer Polizeiwache in Bielefeld sind sechs Einsatzfahrzeuge in Flammen aufgegangen und völlig zerstört worden. Jetzt ermittelt der Staatsschutz.
Ausgebrannte Polizeiautos in Bielefeld

Ausgebrannte Polizeiautos in Bielefeld

Foto: Christian Mathiesen/ dpa

Vor einer Polizeiwache in Bielefeld sind sechs Streifenwagen komplett ausgebrannt. "Einen technischen Defekt schließen wir aus", sagte ein Polizeisprecher. Experten des Landeskriminalamtes (LKA) untersuchten, ob es sich um Brandstiftung handelt.

Der Staatsschutz habe wegen eines möglichen politischen Hintergrundes die Ermittlungen übernommen, hieß es. Die betroffenen Transporter seien Wagen der Hundertschaft gewesen. Teile davon waren den Angaben zufolge auch beim G20-Gipfel in Hamburg im Einsatz.

Der Brand in der Nacht zum Dienstag ist der zweite Vorfall in Nordrhein-Westfalen innerhalb weniger Tage. Bereits in der vergangenen Woche waren Polizeiwagen in Münster erheblich beschädigt worden.

Unbekannte ritzten Sprüche wie "Welcome to hell" in 15 Fahrzeuge der Hundertschaft - das Motto der eskalierten Anti-G20-Demonstration in Hamburg. Da auch Beamte aus Münster bei dem Gipfel im Einsatz waren, gehen die Ermittler von einem Bezug aus. Es entstand ein Schaden in Höhe von rund 70.000 Euro.

13-köpfige Ermittlungskommission gebildet

Anders ist die Spurenlage in Bielefeld: Ein Zusammenhang zum G20-Gipfel könne bislang nicht gezogen werden, sagte der Polizeisprecher. Auch einen Bezug zu dem Vorfall in Münster gebe es nicht.

Die Polizei bildete eine 13-köpfige Ermittlungskommission und hofft bei der Aufklärung der Brandursache auf die Mithilfe möglicher Zeugen. LKA-Beamte und ein Spürhund suchten die Brandstelle ab. "Vielleicht werden wir auch noch einen externen Brandgutachter einschalten", sagte der Sprecher.

Die Polizei schätzt den Schaden auf etwa 300.000 Euro. Verletzt wurde niemand. Drei weitere Transporter seien durch das Feuer auf dem umzäunten Gelände einer Dienststelle beschädigt worden.

wit/dpa/AFP
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