Mutmaßliches Cosby-Opfer im Prozess "Ich wollte, dass es aufhört"

Im Prozess wegen sexueller Nötigung gegen Bill Cosby hat das mutmaßliche Opfer des Entertainers überraschend ausgesagt. Die Vorwürfe, die Andrea Constand erhebt, sind erschütternd.

Andrea Constand
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Andrea Constand hat vor Gericht gegen Bill Cosby ausgesagt: Der frühere Fernsehstar habe ihr drei Pillen verabreicht, die sie bewegungsunfähig und hilflos machten, sagte die 44-Jährige. Anschließend sei Cosby mit seiner Hand in sie eingedrungen. Auch habe er ihre Hand auf seinen Penis gelegt und diese bewegt.

Cosby ist angeklagt, 2004 in seinem Haus in einem Vorort Philadelphias Constand, damals bei der Temple-Universität angestellt, Drogen gegeben und sie sexuell genötigt zu haben. Bei einer Verurteilung könnte Cosby für zehn Jahre ins Gefängnis kommen.

"Ich versuchte, meine Beine und meine Hände zu bewegen, aber ich war wie erfroren", sagte Constand. "Ich wollte, dass es aufhört." Sie sei aber nicht in der Lage gewesen, sich zu wehren.

Cosby habe ihr gesagt, dass die Pillen ein natürliches Mittel gegen Stress seien, so Constand. Nach etwa 20 Minuten habe sie sich benebelt gefühlt. Ihre Augen hätten alles nur noch verschwommen wahrgenommen, ihre Beine hätten sich wie Gummi angefühlt. Dann habe er angefangen, sie zu begrapschen.

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Prozess in Pennsylvania: Bill Cosby vor Gericht

Es war das erste Mal, dass Constand öffentlich über die Ereignisse sprach. Während der Aussage beugte sich Cosby vor, um zuzuhören, flüsterte seinem Anwalt Dinge zu und schüttelte hin und wieder den Kopf.

Cosby wird von Dutzenden Frauen beschuldigt, sie missbraucht zu haben. In fast jedem Fall war allerdings die Verjährungsfrist abgelaufen. Deswegen wird nun nur der Fall Constand verhandelt. Ein weiteres mutmaßliches Opfer von Cosby hatte bereits zuvor in dem Prozess ausgesagt: Kelly Johnson warf Cosby vor, sich 1996 an ihr vergangen zu haben.

asa/AP

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