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BKA-Analyse Polizei hat immer größere Probleme mit linksextremistischen Gewalttaten

Linksextremistisch motivierte Gewalttaten bei Großveranstaltungen zu verhindern, wird laut SPIEGEL-Informationen zunehmend schwierig. Ein BKA-Bericht soll der Polizei helfen.
aus DER SPIEGEL 8/2020
Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg 2017

Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg 2017

Foto: KAI PFAFFENBACH/ REUTERS

Die Polizei hat zunehmend Mühe, linksextremistisch motivierte Gewalttaten bei Großveranstaltungen zu verhindern. Zu diesem Ergebnis kommt eine vertrauliche Analyse des Bundeskriminalamts (BKA).

In dem Bericht werteten Ermittler unter anderem das Vorgehen der Störer während des G20-Gipfels in Hamburg 2017 aus. Den Behörden bereitet demnach vor allem Probleme, dass die Szene gut vernetzt ist, international mobilisieren kann und flexibel handelt. Gewalttäter versuchten "auch durch neue, angepasste Vorgehensweisen die gezielten polizeilichen Schutzmaßnamen zu erschweren und ein kontrolliertes Intervenieren der Polizei zu verhindern", heißt es in dem Papier.

Bewährt aus Sicht der Störer habe sich etwa die "Fünf-Finger-Taktik". Dabei entfernen sich mehrere Gruppen, sogenannte Finger, zunächst friedlich vom Demonstrationszug und binden Polizeikräfte. In mindestens einem dieser Finger sind Militante unterwegs, die sich mitunter aus vorher angelegten Depots entlang der Laufstrecke mit "Tatmitteln" wie Steinen oder Böllern munitionieren.

Die Szene hat laut Bericht auch gelernt, ihre Spuren besser zu verwischen. Während Täter in der Vergangenheit Kleidung einfach wegwarfen, hätten sie diese beim G20-Gipfel häufig verbrannt. Neben Gewalttätern, die unmittelbar an der Randale teilnehmen, gäbe es auch Personen, die die Lage während der Proteste beobachten und Aktionen mit Funkgeräten oder Prepaid-Handys koordinieren würden. Das Ergebnis sei oftmals ein teils "hoch organisiertes Auftreten, das auf aktuelle Entwicklungen abgestimmt ist", so der Bericht. Das BKA empfiehlt den Kollegen bei Großveranstaltungen vor allem eine "ausreichende Personalkapazität", um Ausschreitungen besser bekämpfen zu können.

rol/jdl
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