BKA Organisierte Kriminalität verdoppelt Gewinne

Verbrechersyndikate machen in Deutschland derzeit blendende Geschäfte: Nach Angaben des Bundeskriminalamtes haben sich die Gewinne der Gangster 2006 auf 1,8 Milliarden Euro verdoppelt. Die Gewerkschaft der Polizei warnte davor, das Problem weiterhin zu vernachlässigen.


Wiesbaden - Gleichzeitig stieg auch der durch die Syndikate angerichtete Schaden auf rund 1,4 Milliarden Euro. 2005 hatte er noch bei 688 Millionen Euro gelegen, wie aus dem heute veröffentlichten "Bundeslagebild Organisierte Kriminalität 2006" des Bundeskriminalamts hervorgeht. Dagegen sei die Zahl der Ermittlungsverfahren 2006 um 4,3 Prozent auf 622 geschrumpft. Auch die Zahl der Tatverdächtigen ging um 400 auf rund 10.200 Personen zurück, hieß es.

Nach Ansicht der Gewerkschaft der Polizei (GdP) stellt die gesunkene Anzahl von Ermittlungsverfahren keinen tatsächlichen Rückgang der Organisierten Kriminalität dar. Es könne vor allem als "klares Zeugnis für die schlechten polizeilichen Rahmenbedingungen bei der Bekämpfung dieser Form der Schwerstkriminalität gewertet werden", sagte der GdP-Bundesvorsitzende Konrad Freiberg in Berlin.

Die äußerst brutalen Morde von Duisburg seien ein "deutliches Signal" dafür, dass die OK-Gangster Deutschland keineswegs verlassen hätten. Freiberg betonte: "Der Abbau von 10.000 Polizeivollzugsstellen in den vergangenen Jahren sowie die immer noch auf Eis liegende Kronzeugenregelung und die in der Praxis kaum anwendbare akustische Wohnraumüberwachung müssten den Tätern sogar wie eine Einladung vorgekommen sein."

Der GdP-Chef sagte, bei OK-Straftaten seien aufwendige Ermittlungen nötig, bei denen in der Regel viele Ermittler viel Zeit benötigten, um den Hintermännern das Handwerk zu legen.

jdl/ddp



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