BKA-Warnung Unbekannte schießen auf Autotransporter

Schüsse auf der Autobahn: Seit mehr als einem Jahr feuern Unbekannte auf Transporter mit Neuwagen. In Deutschland wurden bereits mehr als 200 Fälle gezählt. Für die Lastwagenfahrer können die Geschosse gefährlich werden.


Wiesbaden - Neuwagen auf Autotransportern werden immer öfter beschossen. Allein in Deutschland wurden nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) seit Juli vergangenen Jahres 225 Fälle bekannt. Auch in Belgien und den Niederlanden seien Transporter getroffen worden. Tatort ist meistens die Autobahn, verletzt wurde bislang niemand.

"Von den Schussbeschädigungen betroffen sind ausschließlich Neufahrzeuge. Eine Präferenz hinsichtlich bestimmter Fahrzeughersteller, -typen oder -klassen ist nicht erkennbar", sagten die Ermittler am Freitag. Das BKA koordiniert seit Anfang August die nationale und internationale Suche nach dem oder den Schützen.

Das Problem der Ermittler: Weil die Einschusslöcher meist erst beim Abladen der Wagen entdeckt werden, lässt sich kaum ermitteln, wo die Schüsse abgefeuert wurden.

Inzwischen konnte die Polizei aber Strecken ausmachen, an denen besonders oft geschossen wurde: Darunter seien die Autobahnen 4, 61, 3, 5 sowie die A 8 um das Autobahnkreuz Stuttgart. Mit welcher Art von Waffen geschossen wurde, ist aber noch unklar. Auch die Höhe des Gesamtschadens steht noch nicht fest.

"Neben dem materiellen Schaden stellen die Schüsse für den fließenden Verkehr und die Fahrer der Autotransporter eine erhebliche Gefahr dar", betonten die Ermittler. Das BKA geht davon aus, dass die Schüsse besonders an Baustellen und Autobahnkreuzen abgefeuert werden. Unklar ist auch, ob es sich um einen oder mehrere Schützen handelt.

Die Vorgehensweise sei jeweils ähnlich, die Taten verstreuten sich jedoch über ein großes Gebiet. Die Spediteure forderten ihre Fahrer auf, die Ladung häufiger und intensiver zu kontrollieren.

cat/dpa/AP



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