Übergriffe in Beziehungen Zahl erfasster Gewalttaten durch Partner und Ex-Partner steigt

Seit Jahren gehen die Zahlen nach oben, und der traurige Trend hält an: Das BKA hat im vergangenen Jahr fast 140.000 Gewalttaten in Beziehungen oder von Ex-Partnern registriert. Die Opfer sind meistens Frauen.
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Maurizio Gambarini/DPA

Die Zahl der gemeldeten Gewalttaten in Partnerschaften oder von Ex-Partnern ist in Deutschland erneut gestiegen. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) stellte eine Auswertung des Bundeskriminalamts (BKA) für 2019 vor. Demnach gab es fast 142.000 Fälle, etwa 0,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort. Rückschlüsse auf einen Anstieg der Gewalttaten lassen sich aber nur bedingt ziehen, weil die Dunkelziffer hoch ist und mehr bekannte Fälle auch bedeuten können, dass mehr Betroffene zur Polizei gehen.

Der Statistik zufolge waren in 81 Prozent der Fälle Frauen betroffen. Gut die Hälfte der Opfer lebte den Angaben zufolge zum Tatzeitpunkt mit dem Täter in einem Haushalt. Es sei "sehr wahrscheinlich", dass die Corona-Pandemie die Lage noch einmal verschärft habe, sagte Giffey – Zahlen für das laufende Jahr sind aber noch nicht Teil der Statistik. Man müsse davon ausgehen, dass die Dunkelziffer deutlich höher liegt als die Zahl der Fälle, von denen die Polizei wisse.

Es geht in der Statistik um Delikte wie Mord und Totschlag, Körperverletzung, Vergewaltigung, sexueller Nötigung, Bedrohung und Stalking oder Freiheitsberaubung. Gewalt mitten in der Gesellschaft gehe alle an, sagte BKA-Chef Holger Münch. Seit 2015 gebe es einen kontinuierlichen Trend steigender Zahlen.

mxw/dpa
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