Blutbad in den USA Amokläufer tötet viele Menschen an Universität

Es ist einer der schlimmsten Amokläufe in der US-Geschichte. Ein bewaffneter Mann hat in einem Wohnheim und einem Lehrgebäude der Technischen Universität von Virginia um sich geschossen - nach letzten Fernsehberichten sind mindestens 32 Menschen ums Leben gekommen.


Blacksburg - Der Amoklauf ereignete sich an der Virginia Tech University in Blacksburg. Ersten offiziellen Angaben zufolge gab es mindestens 22 Tote und mindestens 28 Verletzte, von denen sich einige in kritischem Zustand befinden sollen. Der US-Sender ABC berichtet mit Verweis auf staatliche Stellen von 29 Toten, Fox News von 32.

Um 7.15 Uhr ging bei der Polizei der erste Notruf ein. Schüsse aus einem Wohnheim, West Ambler Johnson, und mehrere Opfer seien gemeldet worden, sagte ein Polizeisprecher. In dem Wohnheim sind 895 Studenten untergebracht.

Rund zwei Stunden später, noch während die Ermittlungen vor Ort liefen, meldete der Sicherheitsdienst Schüsse aus einem anderen Gebäude, Norris Hall, auf der entgegengesetzten Seite des Campus. Dieser Täter, sagte ein Polizeisprecher, sei tot. Zunächst hatte es geheißen, der Schütze sei festgenommen worden. Zu seiner Identität gibt es bislang keine Angaben. Auch ob es sich um einen oder zwei Täter handelte, ist noch unklar. Die Polizei geht aber davon aus, dass es sich um einen Einzeltäter handelt. Ersten Angaben zufolge wurde ein Student in seinem Wohnheimzimmer erschossen, die anderen in einem Seminarraum.

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Nach den ersten Schüssen wies der Sicherheitsdienst die Studenten an, in den Gebäuden zu bleiben und sich von Fenstern fernzuhalten. Ein Augenzeuge sagte dem US-Fernsehsender CNN, die Studenten hätten sich in ihren Zimmern eingeschlossen und fieberhaft im Internet nach Nachrichten gesucht, was auf ihrem Campus vor sich geht.

Die Chefredakteurin der Campuszeitschrift, Amie Steele, sagte CNN, sie habe Kontakt zu Mitarbeiterinnen in beiden Gebäuden gehabt. Eine habe erzählt, dass "viele Studenten überall herumrannten, wie die Verrückten." Es habe eine Massenpanik gegeben. Ein Student habe sich bei einem Sprung aus dem Fenster verletzt.

"Die Universität ist heute von einer Tragödie getroffen worden, die man wohl als monumental bezeichnen kann", sagte Rektor Charles Steger in einer Pressekonferenz. "Wir sind schockiert und entsetzt." Das Unigelände wurde abgesperrt, alle Kurse abgesagt. US-Präsident George Bush zeigte sich in einer ersten Reaktion tief erschüttert und ließ den betroffenen Familien sein Mitgefühl übermitteln.

Schon früher war die Universität Schauplatz von Gewalt. Nach US-Medienberichten hatte sich im August ein flüchtiger Gefängnisinsasse auf dem Campus versteckt. Ein Angestellter eines Sicherheitsdienstes und ein Polizist wurden getötet, bevor der Mann festgenommen werden konnte. Am 2. April und am 13. April war die Universität Opfer von zwei falschen Bombendrohungen. Die Universitätsleitung setzte gestern eine Belohnung von 5000 Dollar auf den oder die Täter aus.

Die Virginia Agricultural and Mechanical College, Virginia Tech University genannt, ist eine staatliche Universität in Blacksburg, Virginia. Sie gehört zu den 20 Top-Adressen der Ingenieursausbildung in den USA und zeichnet sich durch eine internationale Ausbildung aus. Partneruniversität ist die technische Universität Darmstadt.

Die Virginia Tech wurde 1872 gegründet. Sie befindet sich in Montgomery County am Fuße der Appalachen, etwa viereinhalb Autostunden südwestlich von Washington DC entfernt. Auf dem Campus stehen inzwischen über hundert Gebäude. Die Universität verfügt über einen eigenen Flughafen. Den Studenten werden 60 Bachelor- und 140 Master- und Doktorenprogramme angeboten. Auf 16 Studenten kommt ein Professor, dadurch soll eine gute Betreuung garantiert werden. Rund 26.000 Studenten sind an der Uni eingeschrieben.

ffr/AFP/AP/dpa/Reuters



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